Rotenfluebahn braucht mehr Eigenkapital


Roman Spirig
Regional / 07.11.19 12:20

Die Rotenfluebahn im Kanton Schwyz kämpft weiterhin mit Liquiditätsschwierigkeiten. Sie muss mehr Eigenmittel beschaffen und eine Umfinanzierung realisieren, für die sie auf die Gemeinde und den Bezirk Schwyz angewiesen ist.

Rotenfluebahn braucht mehr Eigenkapital (Foto: KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER)
Rotenfluebahn braucht mehr Eigenkapital (Foto: KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER)

Das Unternehmen schrieb im Geschäftsjahr, das am 30. Juni endete, zwar einen Jahresgewinn von 23'000 Franken, wie die Rotenfluebahn AG am Mittwochabend mitteilte. Der Revisionsbericht weist aber darauf hin, dass weiterhin Liquiditätsschwierigkeiten vorhanden seien.

Ziel sei es, den jährlichen Geldabfluss aus Zins- und Amortisationszahlungen von rund 900'000 Franken auf 650'000 Franken zu reduzieren, sagte Verwaltungsratspräsident Roland Pfyl auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dazu setzt man bei der Fremdfinanzierung an. Das Fremdkapital belief sich auf 12,4 Millionen Franken gegenüber 4,5 Millionen Franken Eigenkapital.

Mit den Banken und der Leasinggesellschaft habe man sich bezüglich Amortisation auf eine längere Dauer einigen können, sagte Pfyl. Ein weiterer Teil des Fremdkapitals entstammt einem Bundesdarlehen aus dem Programm der Neuen Regionalpolitik (NRP). Auch hier habe man die Zeitspanne der Rückzahlung von 15 auf 25 Jahre erhöhen können, Bedingung dafür sei allerdings eine Umfinanzierung.

So erhofft sich die Bahn von der Gemeinde und dem Bezirk Schwyz Kreditsicherungsgarantien über zwei Millionen Franken. Diese Garantie würde ihr günstigere Konditionen bei der Geldbeschaffung ermöglichen. Allerdings muss das Stimmvolk dazu seinen Segen geben. Die Volksabstimmungen dazu werden voraussichtlich 2020 abgehalten.

Ansetzen will das Unternehmen auch beim Eigenkapital. Einerseits sollen eigene Aktien über 300'000 Franken, die sich in der Bilanz befinden, veräussert werden. Anderseits verlängert die Bahn das Angebot bis Ende Jahr, Lebensabos für die Rotenfluebahn für 6000 Franken oder gemeinsam mit den Sportbahnen für 9000 Franken zu erwerben, nachdem es eine grosse Nachfrage gegeben habe.

Negativ auf die Rechnung wirke sich die Blockierung des Parkhausprojekts bei der Talstation aus, heisst es im Geschäftsbericht. Das Bundesgericht hatte 2015 eine Beschwerde gegen das Projekt gutgeheissen, die Baubewilligung ist weiterhin durch eine Einsprache blockiert. Durch die aus der Sicht der Bahn zu tiefe Parkplatzkapazität könne sie das Umsatzpotenzial an Schönwettertagen weiterhin nicht ausschöpfen.

Für Schlagzeilen gesorgt hatte die Rotenfluebahn am 20. Oktober, als ein Gondel abstürzte. Verletzt wurde niemand. Die wesentlichen finanziellen Schäden dürften durch die Versicherung gedeckt sein, heisst es im Bericht.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Simion zwei weitere Jahre beim EV Zug
Sport

Simion zwei weitere Jahre beim EV Zug

Der Schweizer Internationale Dario Simion (25) spielt auch in Zukunft für den EV Zug. Der Stürmer, der auf die vergangene Saison hin vom HC Davos zu den Innerschweizern gewechselt hatte, hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert.

Ärger um Venedigs unvollendeten Flutschutz
International

Ärger um Venedigs unvollendeten Flutschutz

Nach dem verheerenden Hochwasser in Venedig ist ein Streit über den mangelnden Flutschutz der Unesco-Welterbestadt entbrannt. Ein Milliarden-Projekt zum Hochwasserschutz sollte eigentlich schon längst fertig sein - doch Skandale und schleppende Bürokratie verzögerten den Bau immer weiter.

Unter dem Strich haben die Obwaldner Gemeinden ein Nettovermögen
Regional

Unter dem Strich haben die Obwaldner Gemeinden ein Nettovermögen

Die Obwaldner Gemeinden haben 2018 insgesamt erstmals ein Nettovermögen ausgewiesen. In allen Gemeinden gab es eine Verbesserung: Ihr Vermögen stieg oder ihre Schuld sank.

Impeachment-Anhörung: Zeugen sagen öffentlich gegen Trump aus
International

Impeachment-Anhörung: Zeugen sagen öffentlich gegen Trump aus

In angespannter Stimmung zwischen den politischen Lagern hat im US-Kongress die erste öffentliche Anhörung seit den Impeachment-Ermittlungen gegen Präsident Donald Trump stattgefunden. Der US-Botschafter in der Ukraine, William Taylor, und der Diplomat George Kent sagten aus. US-Medien sprachen von einem "historischen" Ereignis.