Presse-Schau in Kürze: Das steht in den Sonntagszeitungen


Roman Spirig
Regional / 07.07.19 10:05

Zugverspätungen auf den Hauptachsen, massenhaftes Baumsterben und der mächtigste Parlamentarier der Schweiz: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen. Die Schlagzeilen in nicht verifizierten Meldungen gibt es hier in Kürze nachzulesen.

Presse-Schau in Kürze: Das steht in den Sonntagszeitungen (Foto: KEYSTONE /  / )
Presse-Schau in Kürze: Das steht in den Sonntagszeitungen

"SonntagsZeitung":

Im Schweizer Bahnverkehr waren im letzten Monat auf den Hauptachsen bis zu 40 Prozent der Züge unpünktlich. Dies berichtet die "SonntagsZeitung" mit Verweis auf eine Auswertung der privaten Plattform puenktlichkeit.ch. Als verspätet gelten in der Schweiz Züge, die die fahrplanmässige Ankunftszeit um mindestens drei Minuten überschreiten. Im letzten Monat waren 28 Prozent der Züge von Zürich nach Bern unpünktlich. In der Gegenrichtung waren es 21,5 Prozent. Die Fahrten von Basel nach Zürich waren im selben Zeitraum sogar in 40 Prozent der Fälle verspätet, in der Gegenrichtung 13 Prozent. Ein SBB-Sprecher betonte, dass die Kundenpünktlichkeit 2019 gemäss der eigenen Pünktlichkeitszahlen des Unternehmens auf hohem Niveau stabil sei. Für die Bundesbahnen ist dabei nicht relevant, wie viele Züge zu spät ankommen, sondern wie viele Passagiere Verspätung haben. Vor zwei Wochen am 27. Juni kamen ein Viertel der Bahnkunden auf dem gesamten Schweizer Streckennetz unpünktlich an - gegen 315'000 Menschen. An jenem Donnerstag führte unter anderem eine wegen der Hitze verbogene Schiene bei Bern zu einem Chaos. Täglich reisen geschätzte 1,26 Millionen Personen mit den SBB. Die Verkehrskommission des Nationalrats will sich demnächst mit den Verspätungen befassen. Die SBB wollen Mitte August über die Ergebnisse einer Expertengruppe informieren.

"NZZ am Sonntag":

In Schweizer Wäldern sind nach dem Dürresommer im letzten Jahr in grossem Ausmass Bäume erkrankt oder abgestorben. Besonders betroffen sind Buchen-Laubbäume, von denen mancherorts ganze Bestände tot sind, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Von tausend untersuchten Buchen, die 2018 ihre Blätter wegen der Hitze frühzeitig verloren hatten, weise nun etwa ein Sechstel sichtbare Schädigungen auf, wird Andreas Rigling von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft in Birmensdorf, zitiert. "Etwas in diesem Ausmass habe ich noch nicht erlebt." Einige Bäume seien bereits vollständig abgestorben. Schäden sind demnach etwa auf Bergkuppen, an Waldrändern und in Gegenden zu erwarten, wo die Böden nur wenig Wasser speichern. Stark betroffen dürften laut der Zeitung Schaffhausen, das Zürcher Weinland, der Aargau, Solothurn, Chur und Basel sein. In der Region Basel müssen 2000 grosse Bäume gefällt werden, ein Fünftel des gesamten Waldbestands. Das Problem greift dem Bericht zufolge auf weitere einheimische Baumarten über. Nach Ulme, Esche und Erle sei jetzt auch der Ahorn gefährdet. Rund ein Drittel der Schweiz ist bewaldet. Das ergibt eine Fläche von 1,28 Millionen Hektaren Wald. Genaue Zahlen über den Zustand des Waldes sollen noch in diesem Monat vorgestellt werden.

"NZZ am Sonntag":

Nach dem Stopp des E-Voting-Systems der Post will mindestens einer der vier betroffenen Kantone Schadenersatz. Freiburg fordere von der Post wegen des nicht erfüllten Vertrags eine finanzielle Entschädigung, sagte Staatskanzlerin Danielle Gagnaux-Morel der "NZZ am Sonntag". Wie hoch die Forderung ist, wollte sie nicht bekannt geben. Die Verhandlungen dazu seien noch im Gang. Die Post hatte am Freitag bekannt gegeben, dass sie ihr bisheriges System für die Elektronische Stimmabgabe nicht mehr weiterführe. Dieses kam ausser in Freiburg in den Kantonen Basel-Stadt, Thurgau und Neuenburg zum Einsatz. Auch diese Kantone prüfen der Zeitung zufolge Schadenersatzforderungen. Die Post musste ihr System auf Druck des Bundes stoppen. Im Hinblick auf die National- und Ständeratswahlen vom nächsten Oktober kam die Bundeskanzlei nach einer Prüfung durch externe Experten zum Schluss, dass das System die bundesrechtlichen Anforderungen derzeit nicht erfüllt. E-Voting ist in der Schweiz seit 2004 zugelassen, allerdings nur versuchsweise und nur für eine jeweils beschränkte Zahl von Stimmberechtigten. Im Juni hatte bereits der Kanton Genf den Betrieb seines E-Voting-Systems eingestellt. Dieses war auch von Bern, Aargau und Luzern genutzt worden. In der Schweiz gibt es damit derzeit für Stimmbürger keine Möglichkeit mehr, per Computer abzustimmen und zu wählen.

"NZZ am Sonntag":

Der Schweiz droht wegen möglichen Klimamassnahmen und dem geplanten Atomausstieg laut einer neuen Studie der Forschungsanstalt Empa im Winter ein gigantisches Stromdefizit. "Im Winterhalbjahr würden uns gemäss unserer Studie 22 Terawattstunden Strom fehlen", erklärte Forscher Martin Rüdisüli von der Abteilung Urban Energy Systems der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt in der "NZZ am Sonntag". Das sei eine enorm grosse Menge. In den letzten Jahren lag das Defizit im Winterhalbjahr im Schnitt fünfeinhalb mal tiefer bei rund vier Terawattstunden. Im vergangenen Jahr produzierten alle Schweizer Kernkraftwerke zusammen knapp 25 Terawattstunden Strom. Die Forscher rechnen damit, dass der Strombedarf in der Schweiz um fast 25 Prozent wachsen wird. Um das Land klimafreundlicher zu machen, sollen Benzinautos durch Elektrofahrzeuge und fossile Heizungen durch Wärmepumpen ersetzt werden. Gleichzeitig plant das Land den Atomausstieg. Die Forscher gingen bei ihren Annahmen davon aus, dass die Schweizer 20 Prozent der gefahrenen Kilometer mit Elektroautos zurücklegen und 75 Prozent der Häuser mit Wärmepumpen beheizen. Sie berücksichtigten dabei, dass der Wärmebedarf durch Gebäudesanierungen um rund 40 Prozent reduziert werden kann.

"SonntagsZeitung":

SP-Parteipräsident und Ständerat Christian Levrat hat es zum zweiten Mal in Folge an die Spitze des Parlamentarier-Ratings der "SonntagsZeitung" mit den mächtigsten Politikern geschafft. Auf den Freiburger Politiker folgen der Solothurner CVP-Ständerat Pirmin Bischof und der Zuger SVP-Fraktionschef Thomas Aeschi. Die drei einflussreichsten Frauen sind demnach GLP-Fraktionschefin Tiana Angelina Moser (6. Gesamtrang, ZH), die grüne Genfer Nationalrätin Lisa Mazzone (13.) und CVP-Nationalrätin Ruth Humbel (16., AG). Die Rangliste berücksichtigt unter anderem Kommissionssitze, Voten, erfolgreiche Vorstösse, Ämter in Rat und Partei, Medienpräsenz sowie das Beziehungsnetz. Levrat ist nirgends absolute Spitze, aber überall stark. Seine Partei verlor der Zeitung zufolge in den letzten vier Jahren unter den Top 50 an Einfluss insbesondere wegen Abgängen von Frauen. Dafür seien mehr Frauen aus SVP, FDP und GLP in die Spitzengruppe aufgestiegen.

"SonntagsZeitung"/"Le Matin Dimanche":

Fast jedes zehnte Rind kann in der Schweiz nicht geschlachtet und verwertet werden. Dies zeigen Zahlen der Tierverkehrsdatenbank, die der "SonntagsZeitung" vorliegen. Demnach wurden letztes Jahr 627’748 Rinder geschlachtet. Gleichzeitig sind 62'230 Tiere "verendet", was bedeutete, dass die Tiere nicht verwertet werden konnten. Zwei Drittel aller verendeten Tiere lebte kein halbes Jahr lang. Schuld sind dem Bericht zufolge Krankheiten. Kälber, die zu wenig Erstmilch erhalten, sind besonders gefährdet: Ihnen kann die schlechte Stallhygiene zusetzen. Männliche Tiere verenden dabei deutlich jünger als weibliche. Mehrere Experten gaben der Zeitung an, dass Munis gewisser Rassen nur wenig Geld einbringen würden. Eine teure Behandlung lohne sich bei ihnen nicht, stattdessen würden sie bei Krankheiten eingeschläfert.

"SonntagsBlick":

Im Fall von möglicher ungetreuer Geschäftsführung bei der Migros ist der beschuldigte langjährige Verwaltungsratspräsident der Migros-Genossenschaft Neuenburg-Freiburg (GMNEFR) in die Offensive gegangen. Damien Piller legte dem "SonntagsBlick" Dokumente vor, die ihn mutmasslich entlasten sollen. Der Migros-Genossenschafts-Bund reichte gegen Piller Strafanzeige ein. Gemäss Medienberichten soll der GMNEFR in den Jahren 2014 und 2015 zwei Zahlungen von insgesamt rund 1,7 Millionen Franken an Firmen getätigt haben, die Piller selber gehören sollen. Die Firmen hätten im Kanton Freiburg Überbauungen realisiert, in denen jeweils ein Migros-Supermarkt eingemietet sei. Piller soll dabei auch als Rechtsberater dieser Firmen fungiert haben. Gemäss dem Zeitungsbericht wurden für die vom Genossenschaftsbund getätigten Zahlungen Gegenleistungen erbracht. So hätten die Migros-Filialen in Belfaux FR und La Roche FR eine Mietzinsreduktion erhalten. Die Migros kann in dem Fall auf gerichtliche Anordnung hin keine Stellungnahme abgeben.

"Le Matin Dimanche":

Die Weinbauern im Waadtländer Lavaux reduzieren ihre Weissweinproduktion im Jahr 2019 um 15 Prozent. Es handelt sich um die wichtigste Absenkung seit 2007, wie die Westschweizer Sonntagszeitung "Le Matin Dimanche" berichtet. Der Entscheid wurde von der Sektion Lavaux des Verbands der Waadtländer Weinbauern getroffen. Sie wollen damit einen Preisverfall wegen übermässiger Lagerbestände vermeiden. Die Schweizer würden immer weniger Wein trinken und die ausländische Konkurrenz sei stark. Zwischen 2017 und 2018 ist der Konsum von Weisswein aus dem Lavaux gemäss Zahlen des Kantons Waadt um 15 Prozent gesunken. Der Lagerbestand stieg auf rund acht Millionen Liter - was dem Verbrauch während mehr als zweier Jahre entspricht.

"SonntagsBlick":

In der Schweiz sind viele Ausbildner unzufrieden mit ihren Lehrlingen. Zu diesem Schluss kommt laut "SonntagsBlick" eine Umfrage der Lehrstellenbörse Yousty bei 798 teilnehmenden Lehrbetrieben. Die Personalverantwortlichen hätten Mühe, Lehrlinge zu rekrutieren, weil die Jugendlichen den Ansprüchen der Erwachsenen nicht genügen würden. Immer öfter würden zudem Ausbildungen abgebrochen, monieren die Berufsbildner. Die Jugendlichen hätten immer weniger Ausdauer und würden von den Schulen nicht gut genug aufs Berufsleben vorbereitet. "Das Handy-Zeitalter hat die Jugendlichen zu teilweise interesselosen Menschen gemacht", heisst es im Bericht zur Umfrage. 58,4 Prozent der Befragten fanden demnach, dass die Lehrlings-Rekrutierung schwierig sei. Ungefähr gleich viele gaben an, dass die Besetzung der Lehrstellen diesen Sommer noch einmal komplizierter geworden sei als im Vorjahr. Die Personalverantwortlichen beklagten sich zudem über schlechte Noten, sehr junge Bewerber und über deren Bequemlichkeit. So seien viele nicht mehr bereit, einen Arbeitsweg in Kauf zu nehmen, der länger als 15 bis 20 Minuten dauert.

(sda)


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