Paare legen nach Zusammenziehen an Gewicht zu - unabhängig von Ehe


Roman Spirig
International / 08.10.18 12:44

Paare legen nach dem Zusammenziehen an Gewicht zu - unabhängig von einer Heirat. So nehmen Paare nach dem Zusammenziehen etwa doppelt so viel zu wie Paare in den ersten vier Ehejahren, wie das Max-Planck-Institut für Bildungsforschung (MPIB) in Berlin berichtete.

Paare legen nach Zusammenziehen an Gewicht zu - unabhängig von Ehe  (Foto: KEYSTONE /  / )
Paare legen nach Zusammenziehen an Gewicht zu - unabhängig von Ehe (Foto: KEYSTONE / / )

Dieser Effekt bleibt auch bestehen, wenn Einflüsse wie Alter, Kinderkriegen, Sport, Rauchen, Gesundheitszustand oder Stress herausgerechnet werden, hiess es heute weiter. Für die Forscher ist dies Beleg dafür, dass die Gewichtszunahme vor allem mit der Beziehungsveränderung zusammenhängt.

"Eine Änderung des Beziehungsstatus bedeutet oft auch eine Änderung der alltäglichen Essgewohnheiten - zum Beispiel gemeinsames Frühstücken, das allein vielleicht nicht stattgefunden hätte oder bescheidener ausgefallen wäre", erklärte Ralph Hertwig, Direktor am Max-Planck-Institut und Co-Autor der Studie. In Gesellschaft isst der Mensch in der Regel mehr und nimmt somit mehr Kalorien zu sich.

Trennen sich Paare, sinkt der Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht eines Menschen ins Verhältnis zu seiner Körpergrösse setzt, bei Frauen und Männern hingegen wieder weitestgehend auf den Wert vor dem Zusammenziehen. Das deckt sich mit der so genannten Heiratsmarkthypothese, wonach Menschen auf Partnersuche sich um ein niedrigeres Körpergewicht bemühen, um ihre Attraktivität zu steigern.

Dass Paare in der Regel gesünder und länger als Singles leben, war bereits bekannt, ebenso wie die Tatsache, dass sie im Durchschnitt auch mehr wiegen als Alleinlebende. Unklar war bisher, wie sich Veränderungen von Beziehungen auf das Körpergewicht auswirken und wann Paare am meisten zunehmen.

Dafür werteten die MPI-Forscher gemeinsam mit Experten der Universitäten Mannheim und Leipzig sowie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Daten von 20'000 Menschen über einen Zeitraum von 16 Jahren aus.

Wie die Untersuchung überraschenderweise auch zeigt, nehmen Männer und Frauen bei Scheidungen, die auf Trennungen folgen, allerdings am meisten zu. Als mögliche Erklärung dafür geben die Forscher an, dass viele Menschen - vor allem Männer - bei der späteren Scheidung wieder in einer neuen Beziehung sind.

Für mehr News - hier klicken

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Schauspieler Bruno Ganz 77-jährig gestorben
Schweiz

Schauspieler Bruno Ganz 77-jährig gestorben

Der Schweizer Schauspieler Bruno Ganz ist tot. Er starb im Alter von 77 Jahren in seinem Heim in Zürich, wie sein Management am Samstag mitteilte. Ganz erlag einem Krebsleiden.

Grosser Schaden nach Feuer in Geschäftshaus in Näfels
Regional

Grosser Schaden nach Feuer in Geschäftshaus in Näfels

Ein Feuer hat heute Freitag in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstrasse in Näfels grossen Schaden angerichtet. Verletzt wurde nach Angaben der Kantonspolizei Glarus niemand.

Jonas Projer verlässt die
Schweiz

Jonas Projer verlässt die "Arena" und geht zu Ringier

Journalist und "Arena"-Moderator Jonas Projer verlässt Schweizer Radio und Fernsehen SRF und geht zum Medienhaus Ringier. Er wird in der Blick-Gruppe die Leitung des "Projekts Blick TV" übernehmen. Die Stelle tritt er spätestens am 1. September an.

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst
Regional

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst

Die Zahl der Gemeinden, die die Abstimmung über die Aufgaben- und Finanzreform (AFR18) des Kantons Luzern bis 2020 aufschieben will, wächst. Das Komitee, dem elf Gemeinden angehören, will die Reform bekämpfen und die Vorlage rechtlich prüfen.