Nach Todesfällen im Zusammenhang mit E-Zigaretten erste Spur


Roman Spirig
International / 06.09.19 07:43

Die Fälle von mysteriösen Lungenerkrankungen in den USA gaben den Ermittlern Rätsel auf. Jetzt könnte es einen Durchbruch geben.

Symbolbild - Frau raucht E-ZIgarette (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)
Symbolbild - Frau raucht E-ZIgarette (Foto: KEYSTONE / MELANIE DUCHENE)

Nach zwei Todesfällen und mehr als 200 Lungenerkrankungen im möglichen Zusammenhang mit dem Gebrauch von E-Zigaretten in den USA gibt es anscheinend eine heisse Spur. Untersuchungen der gerauchten Produkte hätten einen Stoff in den Fokus gerückt, der möglicherweise für die Beschwerden verantwortlich sei, berichtete die "Washington Post" am Donnerstag. Die Zeitung berief sich dabei auf interne Kommunikation der Gesundheitsbehörde FDA (Food and Drug Administration) mit Behörden aus den betroffenen Bundesstaaten.

Bei dem Stoff, der bei verschiedenen Marken in mehreren der sogenannten Liquids - Flüssigkeiten, die verdampft werden - vorkommt, handelt es sich demnach um ein Vitamin-E-Öl. Die Ermittler hätten den Stoff in Proben von Cannabisprodukten gefunden, welche die Erkrankten zuvor geraucht hatten. In einigen US-Bundesstaaten ist der Verkauf von entsprechenden THC-Produkten erlaubt.

Vitamin E kommt natürlicherweise in verschiedenen Nahrungsmitteln wie Ölen oder Nüssen vor. Wie die "Washington Post" berichtete, kann der Stoff wegen seiner molekularen Struktur beim Einatmen gefährlich werden.

In einer Stellungnahme gegenüber der Deutschen Presse-Agentur kommentierte die FDA den Bericht nicht direkt. Sie erklärte, dass mehr Informationen benötigt würden, um die Verbindung zwischen speziellen Produkten oder Substanzen und den gemeldeten Krankheitsfällen besser zu verstehen.

"Es gibt keine Substanz, einschliesslich Vitamin-E-Azetat, die in allen Proben identifiziert wurde", hiess es. Die Zusammensetzung der Stoffe in den Proben, von denen die FDA nun schon mehr als 100 erhalten habe, seien nur ein Stück des Puzzles. Die Untersuchungen gingen weiter.

In den USA hatten sich die Meldungen ungeklärter Lungenerkrankungen, die nach dem Konsum von E-Zigaretten auftreten, in den vergangenen Wochen gehäuft. Mehr als 200 Erkrankungen und zwei Todesfälle waren in einer Reihe von Bundesstaaten aufgetreten.

Die Symptome reichten von Atembeschwerden, Atemnot und Brustschmerzen bis hin zu Fällen von Magen-Darm-Erkrankungen mit Erbrechen und Durchfall. Viele der Betroffenen hatten Liquids mit dem psychoaktiven Cannabis-Wirkstoff THC konsumiert. In der Schweiz sind Liquids mit mehr als einem Prozent THC verboten.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Zug - Lausanne: Strafenflut bringt Zug früh auf Verliererstrasse
Sport

Zug - Lausanne: Strafenflut bringt Zug früh auf Verliererstrasse

Der EV Zug muss im dritten Spiel der neuen Saison erstmals als Verlierer vom Eis. Nach einem Kaltstart mit vielen Strafen und einem 0:4-Rückstand unterlag der Playoff-Finalist dem weiter makellosen Lausanne zuhause mit 5:6.

Samih Sawiris erstes Hotel in Andermatt rentiert immer besser
Regional

Samih Sawiris erstes Hotel in Andermatt rentiert immer besser

Schritt für Schritt scheint das von Samih Sawiris initiierte Resort Andermatt in die Gewinnzone zu kommen. So wird laut dem ägyptischen Investor das Luxushotel "The Chedi" bereits 2020 erstmals das ganze Jahr über schwarze Zahlen schreiben.

Über die Masse zum Erfolg? CVP stellt markant mehr Kandidaten auf als 2015
Schweiz

Über die Masse zum Erfolg? CVP stellt markant mehr Kandidaten auf als 2015

Mit grossem Abstand hat die CVP die meisten Kandidaturen für die Nationalratswahlen aufgestellt. Die 702 Personen, die in den Proporzkantonen für die CVP in den Nationalrat einziehen wollen, machen über 15 Prozent aller Kandidaturen aus.

Initiative
Schweiz

Initiative "Keine Massentierhaltung in der Schweiz" eingereicht

Mit über 100’000 beglaubigten Unterschriften ist heute die Initiative "Keine Massentierhaltung in der Schweiz" bei der Bundeskanzlei eingereicht worden. Das Begehren hat eine breite Unterstützung aus dem gesamten Parteienspektrum, von den Grünen bis zur SVP.