Nach Pyro-Würfen: FC St. Gallen-Fan muss ein Jahr ins Gefängnis


Roman Spirig
Regional / 20.08.19 15:58

Das Bundesstrafgericht hat die Strafe für einen Fan des FC St. Gallen auf eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten gesenkt. Ein Jahr davon muss der 26-Jährige absitzen.

Symbobild - Fan zündet Pyro (Foto: KEYSTONE / TI-PRESS / PABLO GIANINAZZI)
Symbobild - Fan zündet Pyro (Foto: KEYSTONE / TI-PRESS / PABLO GIANINAZZI)

Der Mann hatte während eines Fussballspiels im Luzerner Fussballstadion im Februar 2016 Pyro-Gegenstände auf das Spielfeld geworfen. Im ersten Anlauf im August 2017 hatte das Bundesstrafgericht ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt. Davon sollte er eineinhalb Jahre absitzen.

Das Gericht befand ihn schuldig der mehrfachen Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht, der schweren Körperverletzung zum Nachteil eines Zuschauers, der mehrfachen Sachbeschädigung und der mehrfachen Widerhandlung gegen das Sprengstoffgesetz.

Das Bundesgericht hiess eine Beschwerde des Verurteilten teilweise gut. Es kam zum Schluss, die Vorinstanz habe das zumindest teilweise vorhandene Unrechtsbewusstsein des Mannes ausser Acht gelassen. Zudem habe das Bundesstrafgericht das subjektive Verschulden in einem Punkt falsch gewichtet.

Das Bundesstrafgericht hat dem Urteil des Bundesgerichts nun Rechnung getragen und die Strafe gesenkt. In einem Punkt wurde der Mann auf Geheiss des Bundesgerichts freigesprochen, weil es für den Besitz von pyrotechnischem Material keine Bewilligung braucht. Solches hatte der Mann in grossen Mengen bei sich zu Hause gelagert.

Auch die Zusatzstrafe aus einem früheren Strafbefehl hat das Bundesstrafgericht auf 30 Tagessätze zu 50 Franken gesenkt. Ursprünglich hatte es den jungen Mann zu 180 Tagessätzen verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es kann ein weiteres Mal ans Bundesgericht weitergezogen werden. (Urteil SK.2019.15 vom 10.07.2019)

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

kultur steinhausen: I QUATTRO
Events

kultur steinhausen: I QUATTRO

Die vier Schweizer Tenöre machen am 20. September Halt im Dreiklang in Steinhausen.

Das Schreddern lebender Küken wird verboten
Schweiz

Das Schreddern lebender Küken wird verboten

In der Schweiz soll es verboten werden, lebende Küken zu schreddern. Das will nach dem Nationalrat auch der Ständerat. Er hat am Donnerstag eine entsprechende Motion ohne Gegenantrag angenommen.

4799 junge Männer und Frauen absolvieren in Luzern eine Lehre
Regional

4799 junge Männer und Frauen absolvieren in Luzern eine Lehre

Bis Ende August sind im Kanton Luzern 4799 Lehrverträge abgeschlossen worden. Das sind rund 60 mehr als im Vorjahr. Gewerbliche Berufe haben nach wie vor mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen.

Pilatus darf Flugzeuge in Saudi-Arabien und Emiraten weiter warten
Regional

Pilatus darf Flugzeuge in Saudi-Arabien und Emiraten weiter warten

Pilatus muss seine in Saudi-Arabien und den Arabischen Emiraten mit dem Support von Schulungsflugzeugen beschäftigten Angestellten vorläufig nicht zurückrufen. Das Bundesverwaltungsgericht hat einem Rekurs des Flugzeugbauers aufschiebende Wirkung erteilt.