Nach Olympia- auch WM-Gold für die Schweiz im Team-Wettkampf?


Roman Spirig
Sport / 11.02.19 16:43

Die Schweiz hat im Team-Wettkampf an Weltmeisterschaften eine sehr bescheidene Bilanz vorzuweisen. Bei sieben Austragungen gab es nur einmal Bronze. Ungleich erfolgreicher zeigte sich Swiss-Ski im Vorjahr, als es bei der olympischen Premiere zu Gold reichte.

Nach Olympia- auch WM-Gold für die Schweiz im Team-Wettkampf?  (Foto: KEYSTONE / AP / PATRICK SEMANSKY)
Nach Olympia- auch WM-Gold für die Schweiz im Team-Wettkampf? (Foto: KEYSTONE / AP / PATRICK SEMANSKY)

Ramon Zenhäusern erwies sich in Yongpyong als der Chef am Berg. Der zwei Meter grosse Walliser war für seine Gegner in allen vier Runden eine unüberwindbare Hürde. Das Gleiche galt damals für die ebenfalls makellose Wendy Holdener. In diesem Winter überzeugte das Duo beim City-Event in Oslo mit jeweils einem 3. Platz. Es wird auch in Are "liefern" müssen, wollen die Schweizer eine Chance haben. Neben Zenhäusern und Holdener gehören Daniel Yule, Aline Danioth und die als Ersatzfahrer vorgesehenen Sandro Simonet und Andrea Ellenberger zum Aufgebot.

Zenhäusern sieht im Mannschaftswettbewerb ein gute Chance auf eine weitere Schweizer Medaille. "Dafür muss aber viel zusammenpassen. Das Niveau ist mittlerweile hoch. Ein kleiner Fehler, und du bist im Parallelslalom weg vom Fenster." Der Olympia-Zweite im Slalom bereitete sich seit letztem Mittwoch in Schweden auf die WM vor und reiste am Sonntag nach Are an.

Dabei sah er auch die Silber-Fahrt von Corinne Suter vor Ort. "Ich habe an Grossanlässen noch nicht viele Rennen als Zuschauer gesehen. Corinnes Fahrt war sackstark." Überrascht war Zenhäusern von der Ambiance. "Es hatte mehr Zuschauer als erwartet, und diese sorgten für eine gute Stimmung." Dass die Schweiz schon mehrere Medaillen gewonnen hat, findet er "grundsätzlich gut. Das sorgt für etwas Ruhe". Es ändere aber nichts an der Tatsache, dass sich jeder Fahrer vor allem auf seinen eigenen Einsatz konzentriere.

Das Format des Team-Events - je zwei Fahrerinnen und Fahrer pro Nation duellieren sich in einem rund 20 Sekunden dauernden Parallelslalom - garantiert Spannung und Spektakel. Zudem erlaubt es auch kleineren Nationen, die sogenannten Grossen zu ärgern. Im Extremfall können zwei Top-Fahrer, die in den K.o.-Runden alle ihre Duelle gewinnen, für den Titelgewinn ausreichen. 2017 in St. Moritz stiess die Slowakei bis in den Final vor. Zuvor hatten die Osteuropäer um das überragende Duo Petra Vlhova und Veronika Velez Zuzulova der Reihe nach Deutschland, Italien und die Schweiz eliminiert.

Da die Schweizer danach im Kampf um Platz 3 auch den Schweden unterlagen, resultierte bei der Heim-WM nur der 4. Rang. Seit der WM-Premiere 2005 in Bormio gab es für Swiss-Ski nur einmal eine Medaille. 2007 in Are schaute für Daniel Albrecht, Marc Berthod und Co. Bronze heraus. Der Wettkampf wurde damals noch in einem anderen Format ausgetragen.

(sda)


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