Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg


Roman Spirig
Regional / 17.06.19 17:51

2019 jährt sich das Ende des Kalten Krieges zum 30. Mal. Die neue Sonderausstellung im Museum Burg Zug beleuchtet die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg. Sie zeigt auch das daraus entstandene bipolare Weltbild auf und die wechselseitigen Feindbilder.

Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Museum Burg in Zug: Die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Im Vordergrund der Ausstellung mit dem Titel "Ernstfall! Die Schweiz im Kalten Krieg" stünden die während des Kalten Krieges vorherrschenden Stimmungslagen, die gesellschaftlichen Brüche sowie die neuen Netzwerke und deren Akteure, schreibt das Museum in einer Medienmitteilung vom Montag. Die Ausstellung öffnet am Mittwoch und dauert bis Ende Januar 2020.

Diese Entwicklung werde bewusst kontradiktorisch wiedergegeben, um damit eine Debatte rund um die Themen "Sicherheitspolitik", "Integration" und "Ausschluss politisch Andersdenkender" sowie die Rolle der Schweiz im Kalten Krieg anzustossen.

Die Ausstellung ist eine Eigenproduktion des Museums Burg Zug. Finanziert wurde sie durch Gönnerbeiträge der öffentlichen Hand, von Stiftungen und Privaten sowie vom Museum selber. 80 Privatpersonen ermöglichten über ein Crowdfunding die Platzierung einer Bloodhound-Lenkwaffe im Burghof.

Die Ausstellung verfolgt - dem bipolaren Weltbild des Kalten Kriegs entsprechend - einen zugespitzten kontradiktorischen Ansatz und ist in zwei Ausstellungsblöcke geteilt.

Auf der einen Seite zeigt sie die Reaktion der Schweiz auf die Bedrohungen des Ost-West-Konflikts: Modernisierung der Armee und Bau von Zivilschutzunterkünften für die ganze Bevölkerung in der Annahme, dass ein Angriff auf die Schweiz mit zu hohen Kosten verbunden und daher nicht lohnend sei.

Auf der anderen Seite thematisiert die Ausstellung die neuen sozialen Bewegungen, die sich gegen starre gesellschaftliche Strukturen wehrten und politische Reformen forderten.

Dazwischen schieben sich die wechselseitigen Feindbilder, welche die Schweizer Gesellschaft quasi in zwei Lager spalteten.

Die Inszenierung einer strahlenverseuchten, zerstörten Welt thematisiert zudem die Angst vor den Folgen eines Atomkriegs. Eine Wolke aus über 400 Origami-Raketen steht für die über 11'000 Atomsprengköpfe, die in den 1980er-Jahren die Welt gleich mehrfach hätten zerstören können.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Auwer Dorffest
Events

Auwer Dorffest

Am 20. / 21. und am 23. Juli findet in Auw wieder das Auwer Dorffest mit diversen Highlights statt.

Dieb klaut Rentner mehrere hundert Franken aus dem Portemonnaie
Regional

Dieb klaut Rentner mehrere hundert Franken aus dem Portemonnaie

Ein unbekannter Mann hat am Vormittag einem 68-jährigen Mann in einer Tiefgarage in Baar mehrere hundert Franken aus dem Portemonnaie gestohlen. Der Dieb sprach den Rentner an und bat ihn, Kleingeld zu wechseln.

UBS wehrt sich gegen Klima-Vorwürfe
Schweiz

UBS wehrt sich gegen Klima-Vorwürfe

Die UBS wehrt sich gegen Vorwürfe, den Klimawandel zu ignorieren und in ihren Investmentstrategien zu vernachlässigen. Nachdem in der Vorwoche Aktivisten gegen die Grossbank protestiert hatten, erläuterte diese nun ihre Klimastrategie.

Über 80 Prozent der Bio-Produkte sind in Plastik verpackt
Schweiz

Über 80 Prozent der Bio-Produkte sind in Plastik verpackt

Biologische Produkte gibt es in der Schweiz fast nur in einer Plastikverpackung zu kaufen. Ein Test der Stiftung Konsumentenschutz ergab, dass 83 Prozent der Bio-Gemüse in Plastikfolien eingehüllt sind. Besser sieht es ausgerechnet bei konventionellen Produkten aus.