Mindestens zehn Tote bei Amoklauf in brasilianischer Schule


Roman Spirig
International / 13.03.19 18:37

Bei einem Amoklauf in einer Schule in Brasilien sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Zwei vermummte Angreifer stürmten am Mittwoch eine Schule in der Stadt Suzano im Bundesstaat São Paulo und eröffneten das Feuer.

Mindestens zehn Tote bei Amoklauf in brasilianischer Schule  (Foto: KEYSTONE / AP / MAURICIO SUMIYA)
Mindestens zehn Tote bei Amoklauf in brasilianischer Schule (Foto: KEYSTONE / AP / MAURICIO SUMIYA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)
(Foto: KEYSTONE / EPA / SEBASTIAO MOREIRA)

Sechs Schüler und zwei Mitarbeiterinnen wurden getötet, wie die örtlichen Sicherheitsbehörden mitteilten. Bei den Tätern handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 25-Jährigen und einen 17-Jährigen. Sie nahmen sich nach dem Angriff selbst das Leben.

Die Schüler machten gegen 09.30 Uhr (Ortszeit) eine Frühstückspause, als die Täter in das Gebäude eindrangen. "Wir haben gerade das Essen serviert, als sie anfingen zu schiessen. Wir haben die Kinder in die Küche geholt, abgeschlossen und ihnen gesagt, sie sollen sich auf den Boden legen", erzählte die Kantinenmitarbeiterin Silmara Cristina Silva de Moraes dem Nachrichtenportal G1. "Es war schrecklich - es gab viele Schüsse und viel Panik."

Laut Medienberichten wurden nach dem Angriff 23 Menschen ins Krankenhaus gebracht. Einige waren verletzt, andere hatten einen Schock erlitten. Die Polizei sperrte das Gelände rund um die Schule Professor Raul Brasil ab. Ein Hubschrauber kreiste über dem Gebäude.

"Das war die traurigste Szene, die ich in meinem ganzen Leben gesehen habe. Ich bin sehr traurig, dass sich so etwas in São Paulo, in Brasilien, ereignet hat", sagte der Gouverneur von São Paulo, João Doria, nach einem Besuch des Tatorts. "Ich bin konsterniert, geschockt." Der Gouverneur ordnete eine dreitägige Trauerzeit in dem Bundesstaat an.

Das Motiv für die Tat war zunächst unklar. Laut einem Bericht der Zeitung "O Globo" hat die Schule im Grossraum São Paulo etwa 1000 Schüler im Alter von elf bis 18 Jahren und 100 Mitarbeiter. "Ich wohne nebenan. Ich habe gesehen, wie mehrere Kinder blutend aus der Schule herauskamen. Ein Lehrer, ein Angestellter - alle rannten", erzählte ein Nachbar der Zeitung "Folha de S. Paulo".

Die Täter waren offenbar mit einem Revolver und einem Messer bewaffnet. In dem Schulgebäude entdeckte die Polizei einen Bogen und Pfeile sowie Flaschen, die an Molotow-Cocktails erinnerten, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. Zudem fanden die Beamten einen Koffer mit Kabeln. Ein Bombenentschärfungskommando wurde an den Tatort gerufen.

Vor dem Amoklauf in der Schule hatten die Täter bereits in der Nähe in einer Autowäscherei auf einen Mann gefeuert. Das Opfer wurde für eine Notoperation in ein Krankenhaus gebracht und befand sich in einem kritischen Zustand.

Brasilien ist eines der am stärksten von Gewalt betroffenen Länder der Welt. Über 60 000 Menschen werden dort jedes Jahr getötet. Zuletzt hatte der neue Präsident Jair Bolsonaro das Waffenrecht gelockert, um den Kauf von Schusswaffen zu erleichtern.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

CAS vertagt Urteilsverkündung im Fall Semenya
Schweiz

CAS vertagt Urteilsverkündung im Fall Semenya

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Verkündung des Urteils im Fall der zweifachen 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya auf Ende April vertagt. 

Mit Lastwagen zwei Menschen auf Fussgänger zu Tode gefahren: Bedingte Freiheitsstrafe
Schweiz

Mit Lastwagen zwei Menschen auf Fussgänger zu Tode gefahren: Bedingte Freiheitsstrafe

Der Chauffeur eines Kleinlastwagens, der in Lausanne zwei junge Menschen auf einem Fussgängerstreifen zu Tode gefahren hat, muss nicht ins Gefängnis. Die Richter verurteilten ihn wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Nationalrat will das Schreddern lebender Küken verbieten
Schweiz

Nationalrat will das Schreddern lebender Küken verbieten

In der Schweiz soll es verboten werden, lebende Küken zu schreddern. Das fordert der Nationalrat. Er hat heute oppositionslos eine Kommissionsmotion angenommen.

Luzerner Stadtrat muss lange Tunnel-Variante der Spange Nord prüfen
Regional

Luzerner Stadtrat muss lange Tunnel-Variante der Spange Nord prüfen

Die Luzerner Stadtregierung muss gegen ihren Willen die Variante "Tunnel lang" des Strassenprojekts Spange Nord selber prüfen. Das Stadtparlament hat heute ein entsprechendes Postulat für dringlich erklärt und überwiesen.