Luzerner Journalistin zieht Urteil in Fall Gundula weiter


Roman Spirig
Regional / 04.07.19 17:05

Eine Luzerner Journalistin, die nach dem Betreten eines besetzten Hauses wegen Hausfriedensbruch zu einer Busse verurteilt worden war, zieht den Fall an Kantonsgericht weiter. Das teilte das Online-Portal "Zentralplus" heute mit.

Luzerner Journalistin zieht Urteil in Fall Gundula weiter (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Luzerner Journalistin zieht Urteil in Fall Gundula weiter (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Gruppe "Gundula" hatte im April 2016 eine seit zwei Jahren leerstehende Villa an der Obergrundstrasse in Luzern besetzt, die der Bodum Invest gehörte. Die 32-jährige Theaterwissenschafterin und Journalistin Jana Avanzini hielt sich am Abend des 20. April mehrere Stunden im besetzten Haus auf, weil sie für "Zentralplus" eine Reportage schreiben wollte.

Sie wurde deswegen vom Luzerner Bezirksgericht zu einer Busse von 500 Franken verurteilt. Daneben muss sie die Gerichtskosten von fast 1800 Franken tragen und der Privatklägerin - der Bodum Invest - eine Anwaltskostenentschädigung von 3000 Franken bezahlen.

Der Einzelrichter kam nun zum Schluss, dass die Beschuldigte zu Unrecht davon ausging, dass sie sich nicht rechtswidrig verhält. Ausserdem habe sie gewusst, dass die Gespräche zwischen den Hausbesetzern und der Eigentümerin gescheitert waren und dass die Besetzer mit einer Räumung rechneten.

"Zentralplus" und die Journalistin wollen sich nun gegen das Urteil wehren. Es gehe um die Grundsatzfrage, wie weit die Medienfreiheit gehe dürfe. Dafür lohne es sich zu kämpfen, hiess es.

(sda)


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