Küng im Interview: "Ich gebe der BMC-Führung noch ein paar Wochen Zeit"


Roman Spirig
Sport / 10.06.18 20:35

Stefan Küng verteidigte das im Mannschaftszeitfahren eroberte Gelbe Trikot in der 2. Etappe am Sonntag in seinem Heimatkanton ohne Probleme. "Ich dachte, ich kenne die Hälfte der Leute am Strassenrand. Es war ein toller Tag", so der 24-jährige Thurgauer.

Küng geduldig im Erfolg: Ich gebe der BMC-Führung noch ein paar Wochen Zeit  (Foto: KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER)
Küng geduldig im Erfolg: Ich gebe der BMC-Führung noch ein paar Wochen Zeit (Foto: KEYSTONE / GIAN EHRENZELLER)

Stefan Küng, Sie haben am Samstag das Maillot jaune in Ihren Besitz gebracht und tags darauf erfolgreich verteidigt. Konnten Sie die Sonntagsfahrt in Gelb geniessen?

"Es war super-schön. Ich hatte das Gefühl, ich kenne die Hälfte der Leute am Strassenrand. Dadurch, dass es in der ersten Runde relativ gemächlich losging, hatte ich Zeit, einige zu grüssen und ihnen zuzuwinken. Es war cool und hat Spass gemacht. Es war ein toller Tag für den Kanton Thurgau und für mich natürlich im Gelben Trikot sowieso."

Sie verletzten sich Anfang April bei einem Sturz schwer am Kiefer und mussten eine Rennpause von mehreren Wochen einlegen. Wie gut sind Sie bereits wieder in Form?

"In der Reha verlief alles nach Plan und ich konnte mich optimal vorbereiten. Die Verletzung warf mich rein sportlich nicht zurück, denn ich war schon sehr bald zum Trainieren wieder auf dem Velo. Weil ich mich eine gewisse Zeit nur flüssig ernähren konnte, habe ich einige Kilogramm abgenommen. Das kann für die anstehenden Berge nur von Vorteil sein."

Das heisst, vielleicht behalten Sie das Trikot noch einige Tage, vielleicht sogar auch noch am Dienstag hinauf nach Gstaad?

"Seit dem letzten Sturz hat sich bei mir einiges verändert. Leute von aussen haben mir schon gesagt, dass ich zwei Jahre älter geworden sei seit April. Ich fühle mich wirklich gut und bin gelassener und habe keine Angst. Auch nicht vor den Steigungen. Sonst habe ich manchmal gedacht: "Achtung, jetzt kommt ein Berg. Aber ich kann wirklich nicht genau sagen kann, was möglich ist. Ich schaue von Tag zu Tag."

Ihr Vertrag mit dem Team BMC, das zudem noch einen Hauptsponsor sucht, läuft Ende Jahr aus. Was können Sie über Ihre Zukunft sagen?

"Zum momentanen Zeitpunkt leider nichts. Das BMC-Management arbeitet an einer guten Lösung. Wir Fahrer können mit guten Resultaten helfen. Das tun wir momentan auch. Wir alle haben Vertrauen ins Management. Aber klar, es laufen auch Gespräche mit anderen Teams für den Fall, dass es mit BMC nicht weitergeht. Aber entschieden ist noch gar nichts. Ich gebe meinem jetzigen Team nochmals ein paar Wochen Zeit, die ganze Situation zu lösen."

Welche Bedeutung hat die Tour de Suisse für Sie?

"Ich selber ging als kleiner Bub oft die Tour de Suisse schauen. Ich kann mich noch speziell an eine Anekdote in Weinfelden vor 13 Jahren erinnern. Damals erhielt ich als kleiner Bub von Gregory Rast, der ja immer noch mitfährt, ein 'Käppli'. Das werde ich nie vergessen. Vielleicht gibt es ja in zehn Jahren wieder einen Fahrer, der von einer Anekdote aus diesen Tagen mit mir hier an dieser Tour berichten kann."

(sda / Redaktion Central)


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