Küng: "Gelb gebe ich nicht kampflos ab"


Roman Spirig
Sport / 12.06.18 20:53

Stefan Küng, seit Samstag Leader der Tour de Suisse, lässt im Kampf um das Gelbe Trikot nicht locker. Auch hinauf nach Gstaad verteidigte der Thurgauer die Führung souverän. Im Kampf um den Tagessieg überlistete mit Christopher Juul-Jensen ein Däne die Sprinter.

Küng: Gelb gebe ich nicht kampflos ab
Küng: Gelb gebe ich nicht kampflos ab

Für Stefan Küng verlief in der 4. Etappe alles nach Plan. Abgesehen vom Regen, der das Teilstück von Gansingen nach Gstaad etwas schwieriger machte. Bei solchen Bedingungen müsse man bei Strassenmarkierungen und Bahnübergängen besonders aufpassen. Zudem müsse auch logistisch ein grösserer Aufwand betrieben werden. "Regenjacke an, Regenjacke ab - und dann wieder an und wieder ab. Zum Glück war es aber nicht wirklich kalt, dann empfindet man den Regen nicht als so schlimm", sagte Küng nach seinem dritten Tag in Gelb. Angst, das Leadertrikot abgeben zu müssen, hatte der 24-Jährige auch das Simmental hinauf nie: "Ich musste nicht an meine Grenzen gehen." Und dass der Abstand zur Sechser-Spitzengruppe unter Kontrolle blieb, dafür hatten die Helfer des Teams BMC gesorgt.

Auf den letzten paar Kilometern, in der Abfahrt von Saanenmöser nach Saanen, war der Ostschweizer dann seinerseits oft ganz vorne vertreten. "Ich wollte aufmerksam sein, da gewisse Fahrer eine enge Kurve falsch angefahren sind." Ausserdem spekulierte Küng, der sich auf nasser Strasse wohl fühlt und bei widrigen Bedingungen schon zwei Etappen in der Tour de Romandie gewonnen hat, selber kurz mit einer Attacke. "Doch vor allem Enrico Gasparotto war eben auch aufmerksam."

Am Mittwoch folgt in der Tour de Suisse das bislang anspruchsvollste Teilstück, über 155 km von Gstaad nach Leukerbad. "Nun geht es so richtig in die Berge, und ich kenne die Anstiege nicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Rundfahrt immer noch im Leadertrikot unterwegs bin", gab Küng zu. Auch wenn es nicht sein Ziel sei, aufs Gesamtklassement zu fahren, "denn dafür ist bei uns Richie (Porte) zuständig", sei eines klar, so der Thurgauer: "Gelb gebe ich nicht kampflos ab."

Christopher Juul-Jensen überquerte in der mit 189,2 km längsten Etappe dieser Rundfahrt die Ziellinie auf dem Flugplatz in Saanen bei Gstaad mit acht Sekunden Vorsprung vor dem australischen Sprinter Michael Matthews. Juul-Jensen war der letzte verbliebene Fahrer einer Ausreissergruppe. Er hatte sich gleich nach dem Start in Gansingen zusammen mit Silvan Dillier und vier weiteren Fahrern abgesetzt. Der Aargauer, der in der Schlussphase vom Feld eingeholt wurde, zeigte sich "stark enttäuscht. Aber vielleicht gibt es ja noch einmal eine Gelegenheit in dieser Tour."

Der in Irland aufgewachsene, 28 Jahre alte Däne konnte sich aber vorne behaupten. "Ich komme mit einer guten Form aus dem Giro", so Juul-Jensen vom Team Mitchelton-Scott, welches in Italien fünf Etappensiege feiern konnte. Dieser Sieg in Gstaad, sein erster auf Stufe World Tour, sei aber "unglaublich und fantastisch". Vor drei Jahren hatte er in seiner Heimat die Gesamtwertung der Dänemark-Rundfahrt für sich entschieden.

(sda)


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