Krisenmodus im Zürcher Klubfussball - Sowohl GC wie auch dem FCZ geht es schlecht


Roman Spirig
Sport / 15.03.19 20:40

Im Rücken von Rekordmeister Grasshoppers driftet auch der zweite Zürcher Stadtklub FC Zürich in die Krise. Mit einer Niederlage am Sonntag gegen Neuchâtel Xamax würde sich der FCZ sogar jäh im Abstiegskampf wiederfinden.

Krisenmodus im Zürcher Klubfussball - Sowohl GC wie auch dem FCZ geht es schlecht (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)
Krisenmodus im Zürcher Klubfussball - Sowohl GC wie auch dem FCZ geht es schlecht (Foto: KEYSTONE / PETER SCHNEIDER)

Krisenzeiten haben es an sich, dass man Hilfe und Rat aus der Vergangenheit sucht. Dieses Muster ist auch in der grössten sportlichen Krise des Grasshopper Club seit 70 Jahren erkennbar. Beim Schlusslicht der Super League klammern sich nicht wenige im Hinblick auf den möglichen Abstieg aus der Super League an die jüngste Vergangenheit von Stadtrivale FC Zürich.

2016 musste der FCZ die Relegation in die Challenge League verkraften, schaffte in der folgenden Saison umgehend die Rückkehr in die höchste Spielklasse und wird seither als Beispiel dafür herangezogen, dass ein Abstieg für einen Klub eine reinigende Wirkung haben kann. Ein Effekt allerdings, der bereits wieder zu verpuffen droht. Verliert das Team von Trainer Ludovic Magnin am Sonntag daheim gegen Neuchâtel Xamax, findet sich auch der zweite Zürcher Klub plötzlich im Abstiegskampf wieder.

Nach einer ansprechenden Vorrunde - der FCZ klassierte sich zur Halbzeit auf dem 4. Platz und überwinterte als einziger Schweizer Klub in einem europäischen Wettbewerb - ist seit Wiederaufnahme der Saison der Wurm drin. In den sechs Meisterschaftsspielen der Rückrunde brachte es der FCZ gerade mal zu einem Sieg - einem 3:1 gegen GC. Immerhin vermochte Zürich zuletzt beim Überraschungsteam Thun (2:2) zu punkten. Trainer Magnin sah im späten Ausgleich einen weiteren Beweis für die tolle Mentalität, die seine Spieler trotz schwieriger Phase zeigten. "Nun müssen wir gegen Xamax nachlegen, um einen weiteren Schritt aus dieser schwierigen Phase herauszumachen", so Magnin weiter.

Bei den Neuenburgern zeigt das Formbarometer seit dem Trainerwechsel im Februar von Michel Decastel zu Stéphane Henchoz nach oben. Dank drei Siegen aus den letzten fünf Spielen konnte sich Xamax vom Tabellenende lösen. Mit einem Sieg am Sonntag würde Neuchâtel entweder Schlusslicht GC weiter enteilen oder Punkte auf das achtplatzierte Sion gutmachen, die am Samstag im Direktduell aufeinander treffen.

Beim Krisengipfel im Wallis ist dann auch die Schonfrist für den neuen GC-Trainer Tomislav Stipic vorbei, nachdem er bei seinem Debüt in der Super League gegen die Young Boys (0:1) noch nicht zum Siegen verdammt war. "Wir haben jetzt auch schon an taktischen Details arbeiten können", sagte Stipic auf die Trainingsfortschritte angesprochen. GC werde die Reise nach Sitten gut vorbereitet antreten.

Doch auch Stipics Gegenüber Murat Yakin steht unter Druck, obschon der frühere GC-Coach von einer sportlichen Krise nichts wissen will. Drei Niederlagen aus vier Spielen rufen in Sitten in der Regel Präsident Christian Constantin auf den Plan. Nicht so unter Yakin, der weiter grossen Kredit beim 62-jährigen Präsidenten zu geniessen scheint. Eine Niederlage gegen seinen Ex-Klub wird sich aber auch Yakin nur schwer leisten können.

(sda)


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