Kein Verschulden an Suizid von St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj


Roman Spirig
Regional / 09.08.19 13:53

Die Mitarbeiter der St. Galler Justiz haben den Suizid des St. Galler Lehrermörders Ded Gecaj nicht verhindern können. Der ausserordentliche Staatsanwalt hat das Verfahren gegen zehn Beschuldigte eingestellt.

Kein Verschulden an Suizid von St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj
Kein Verschulden an Suizid von St. Galler Lehrermörder Ded Gecaj

Gecaj hatte sich Ende 2010 in seiner Zelle im Regionalgefängnis St. Gallen mit Stoffschlingen aus Kleidern erhängt. Der Kosovare, der Anfang 1999 in einer St. Galler Realschule den Lehrer seiner Tochter erschossen hatte, wartete auf seinen Prozess. Nach Ansicht der St. Galler Justiz hatte Gecaj seine Tochter sexuell missbraucht.

Nach einer Strafanzeige der Angehörigen des Verstorbenen verlangte das Schweizerische Bundesgericht, dass gegen die beteiligten Amtsträger des Kantons St. Gallen eine Strafuntersuchung zu eröffnen sei.

Der Ablauf der Ereignisse werfe die Frage auf, ob eine Suizidgefahr allenfalls erkennbar gewesen wäre. Es war somit strafrechtlich zu klären, ob für die beteiligten Mitarbeitenden der Strafverfolgungs- und -vollzugsbehörden genügend klare Hinweise für eine mögliche Selbsttötung bestanden.

Das aufwändige Beweisverfahren mit diversen staatsanwaltschaftlichen Einvernahmen und Konfrontationen habe keine Anhaltspunkte für ein strafrechtlich relevantes Verhalten ergeben, heisst es in der Mitteilung des ausserordentlichen Staatsanwalts vom Freitag. Alle Mitarbeiter seien ihrer Verantwortung, für die Sicherheit und Gesundheit des Häftlings zu sorgen, pflichtgemäss nachgekommen.

Mit Verfügungen vom 6. August sei das Verfahren gegen alle zehn Beschuldigten eingestellt worden, was einem gerichtlichen Freispruch gleichkomme. Die Verfügungen sind noch nicht rechtskräftig.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Flugzeugbauer Pilatus liefert sechs PC-24 nach Schweden
Wirtschaft

Flugzeugbauer Pilatus liefert sechs PC-24 nach Schweden

Der Nidwaldner Flugzeugbauer Pilatus kann sechs Stück seines Business-Jet PC-24 nach Schweden verkaufen. Die Flieger werden mit kompletter Ambulanzausstattung im Jahr 2021 ausgeliefert.

Schwingen

"Der Andrang war zu gross!" ESAF-Zeltler werden schon vorher auf Zeltplatz gelassen

Eigentlich sollte der offizielle Zelt- und Campingplatz am Eidgenössischen in Zug erst heute Mittag eröffnet werden. Doch viele Zeltlerinnen und Zeltler wollten so lange nicht warten. 

Die Cash-Cow: Hergiswil bescherte Nidwaldner Gemeinden rosiges Jahr
Regional

Die Cash-Cow: Hergiswil bescherte Nidwaldner Gemeinden rosiges Jahr

Von den elf Nidwaldner Gemeinden zahlen in den Jahren 2019 und 2020 drei in den Innerkantonalen Finanzausgleich ein. Mit jeweils über 10 Millionen Franken stemmt Hergiswil den Löwenanteil. Im laufenden Jahr ist dessen Beitrag wegen Steuersonderfällen besonders hoch.

Glarner/Orlik, Wicki/Aeschbacher und Stucki/Reichmuth zum Auftakt
Schwingen

Glarner/Orlik, Wicki/Aeschbacher und Stucki/Reichmuth zum Auftakt

Das Eidgenössische Schwingfest in Zug wird am Samstagmorgen so beginnen, wie das Eidgenössische 2016 in Estavayer im Schlussgang aufgehört hat: Mit dem Duell zwischen Armon Orlik und Schwingerkönig Matthias Glarner.