Kantonsgericht in Lausanne bestätigt Strafe für Familienvater wegen Missbrauch seiner 8 Kinder


Roman Spirig
Schweiz / 08.10.18 22:05

Der Vater einer Waadtländer Grossfamilie, der seine acht Kinder elf Jahre lang geschlagen und missbraucht hat, muss für 18 Jahre hinter Gitter. Das Waadtländer Kantonsgericht hat seine Verurteilung am Montag bestätigt.

Kantonsgericht in Lausanne bestätigt Strafe für Familienvater wegen Missbrauch seiner 8 Kinder
Kantonsgericht in Lausanne bestätigt Strafe für Familienvater wegen Missbrauch seiner 8 Kinder

Der Vater war im März in Yverdon-les-Bains VD erstinstanzlich verurteilt worden. Er wurde wegen Inzest, Vergewaltigung, sexueller Nötigung, Pornografie, Körperverletzung und Verletzung von Erziehungspflichten schuldig gesprochen.

Der 42-jährige Mann erhob Beschwerde gegen das Urteil. Die Berufungskammer des Kantonsgerichts bestätigte nun aber den Schuldspruch. Geständnisse, die der Mann ablegte, änderten an der erneuten Verurteilung nichts, trotz der Forderung der Verteidigung, das Gestandene zu untersuchen.

"Ich habe genug von alldem, ich mag nicht mehr kämpfen und habe keine Lust mehr, zu leben", sagte der Angeklagte selbst. Er ist wegen eines intellektuellen Rückstands seit seinem 20. Geburtstag IV-Rentner. Ob er die Wahrheit sage oder nicht, man glaube ihm nicht. Er ziehe es deshalb vor, "all das zu gestehen".

Die gleichaltrige Ehefrau des Mannes war in erster Instanz zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden, wegen Komplizenschaft und weil auch sie die Kinder schwer geschlagen hatte. Sie hatte das Urteil akzeptiert.

Der Fall der Grossfamilie löste in der Westschweiz Empörung aus, auch weil die Kinder seit 1997 von der Waadtländer Jugendschutzbehörde begleitet wurden. Diese erkannte trotz Fremdplatzierungen und Begleitungen das Ausmass des Falls nicht.

Die Waadtländer Regierung kündigte nach der Eröffnung des erstinstanzlichen Urteils eine externe Untersuchung zur Rolle der Jugendschutzbehörde an. Nach dem diese gravierende Mängel festgestellt hatte, räumte der Leiter des Jugendschutzes den Posten.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Grosser Schaden nach Feuer in Geschäftshaus in Näfels
Regional

Grosser Schaden nach Feuer in Geschäftshaus in Näfels

Ein Feuer hat heute Freitag in einem Wohn- und Geschäftshaus an der Bahnhofstrasse in Näfels grossen Schaden angerichtet. Verletzt wurde nach Angaben der Kantonspolizei Glarus niemand.

Jonas Projer verlässt die
Schweiz

Jonas Projer verlässt die "Arena" und geht zu Ringier

Journalist und "Arena"-Moderator Jonas Projer verlässt Schweizer Radio und Fernsehen SRF und geht zum Medienhaus Ringier. Er wird in der Blick-Gruppe die Leitung des "Projekts Blick TV" übernehmen. Die Stelle tritt er spätestens am 1. September an.

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst
Regional

Front der Gemeinden gegen die Luzerner Finanzreform wächst

Die Zahl der Gemeinden, die die Abstimmung über die Aufgaben- und Finanzreform (AFR18) des Kantons Luzern bis 2020 aufschieben will, wächst. Das Komitee, dem elf Gemeinden angehören, will die Reform bekämpfen und die Vorlage rechtlich prüfen.

Gemeindefahrzeug bleibt mit Greifarm an Brücke in Schenkon hängen
Regional

Gemeindefahrzeug bleibt mit Greifarm an Brücke in Schenkon hängen

Weil der Greifarm eines Gemeindefahrzeugs nicht genügend eingezogen war, ist dieser am Donnerstag an einer Autobahnbrücke in Schenkon hängengeblieben. Darauf kippte das ganze Gefährt, verletzt wurde niemand. Die Brücke bekam bloss einige Kratzer ab.