Kanton Zug zahlt für Logopädie auch nach obligatorischer Schulzeit


Roman Spirig
Regional / 04.07.19 17:06

Der Kanton Zug wird künftig die Kosten für logopädische Therapien auch nach der obligatorischen Schulzeit übernehmen. Und zwar bis zum 20. Altersjahr. Der Kantonsrat hat am Donnerstag den Handlungsbedarf erkannt und eine entsprechende Motion erheblich erklärt.

Für den Vorschulbereich und die obligatorische Schulzeit ist im Kanton Zug die logopädische Therapie geregelt. Der Kanton übernimmt die Kosten. Nicht so in der nachobligatorischen Schulzeit: Bei Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren, die keine Sonderschule aufgrund ihrer Behinderung besuchen, übernimmt der Kanton zur Zeit die Kosten nicht.

Das soll sich ändern. Das Parlament erklärte die Motion von Rita Hofer (ALG) und Vroni Straub-Müller (CSP) erheblich. Die Regierung wird beauftragt, eine entsprechend gesetzliche Anpassung vorzunehmen, damit die Kosten für logopädische Therapie im Anschluss an die obligatorische Schulzeit übernommen werden.

Die Jugendlichen, die auf Logopädie angewiesen sind, leiden vorwiegend unter Redeflussstörungen, schweren Spracherwerbsstörungen oder Aussprachestörungen. Motionärin Rita Hofer betonte, es handle sich nur um wenige Jugendliche, die das Angebot in Anspruch nehmen würden.

Manuela Käch (CVP) betonte, dass in diesen Fällen von "massiven Sprachstörungen" die Rede sei. Der Nutzen einer Therapieerweiterung sei erweisen und auch sinnvoll.

Auch die Regierung ist der Ansicht, dass eine Therapieerweiterung in diesem Alter nützlich und erfolgreich sein könne, weil die Jugendlichen mit mehr Eigenverantwortung und hoher Motivation an ihren Schwierigkeiten arbeiten würden. Sie geht davon aus, dass sich die Zusatzkosten auf etwa 15'000 bis 22'500 Franken belaufen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Bundesrätin Keller-Sutter lässt Schliessung von Asylzentren prüfen
Schweiz

Bundesrätin Keller-Sutter lässt Schliessung von Asylzentren prüfen

Die sinkende Zahl von Asylgesuchen in der Schweiz hat Folgen: Justizministerin Karin Keller-Sutter lässt prüfen, ob die Kapazitäten im Asylwesen angepasst werden sollen. Auch der Verzicht auf einzelne Standorte ist im Gespräch.

Das Canyoning-Unglück im Saxetbach wühlt auch heute noch auf
Schweiz

Das Canyoning-Unglück im Saxetbach wühlt auch heute noch auf

Vor 20 Jahren erschütterte ein schweres Canyoning-Unglück im Berner Oberland die Welt. Im Saxetbach wurde eine Gruppe abenteuerlustiger junger Touristen mit ihren Guides von einer Flutwelle überrascht. 21 Menschen kamen ums Leben.

Kein Weltuntergang: Asteroid
International

Kein Weltuntergang: Asteroid "2006QV89" fliegt vorbei

Aus dem All fliegt ein riesiger Gesteinsbrocken in Richtung Erde. Lange sind sich die Wissenschaftler im Unklaren: Trifft er unseren Planeten oder fliegt er vorbei? Jetzt haben sie seine Flugbahn beobachtet und geben Entwarnung.

Luthern: 19-jähriger Töfffahrer schwer verletzt nach Sturz in Bach
Regional

Luthern: 19-jähriger Töfffahrer schwer verletzt nach Sturz in Bach

Ein Töfffahrer ist in der Nacht auf Freitag bei einem Unfall in Luthern schwer verletzt worden. Bei der Kollision mit dem Betonsockel einer Brücke wurde die Vordergabel des Töffs abgerissen und der 19-Jährige stürzte mitsamt der Gabel und dem Vorderrad in einen Bach.