Juventus Turin schafft dank Ronaldo die grosse Wende


Roman Spirig
Sport / 12.03.19 23:00

Juventus Turin hat dank dem überragenden Cristiano Ronaldo die grosse Wende geschafft. Mit drei Toren schoss er die Italiener zum 3:0-Heimsieg, der nach dem 0:2 bei Atlético Madrid zum Vorstoss in den Champions-League-Viertelfinal reichte.

Juventus Turin schafft dank Ronaldo die grosse Wende  (Foto: KEYSTONE / AP / Antonio Calanni)
Juventus Turin schafft dank Ronaldo die grosse Wende (Foto: KEYSTONE / AP / Antonio Calanni)

Cristiano Ronaldo hatte seit fast einem Monat kein Tor mehr erzielt und in der Champions League für Juventus Turin in dieser Saison bloss einmal getroffen. Doch im richtigen, bis dahin wichtigsten Moment der Saison für die Italiener schlug der fünffache Weltfussballer zu. Dabei zeigte er nicht die Qualitäten, die ihn in jüngeren Jahren ausgezeichnet hatten, sondern jene eines reinen Goalgetters. Der 34-Jährige traf zweimal per Kopf (27. und 48.) und in der 86. Minute zum entscheidenden 3:0 mit einem sicher verwandelten Penalty.

Als die Verlängerung immer wahrscheinlicher wurde, setzte der wie Ronaldo überragende Federico Bernardeschi zu einem Solo an, das der eingewechselte Atlético-Spieler Angel Correa dümmlich mit einem Foul beendete. Ronaldo lief zum Elfmeter an und krönte seine Leistung mit dem 124. Champions-League-Tor, das die verdiente Qualifikation für die Turiner bedeutete. Atlético Madrid war zu keinem Zeitpunkt auf der Höhe, in der Lage mit den Turinern mitzuhalten, obwohl es mit der Referenz von über 450 Minuten ohne Gegentor nach Turin gereist war.

Die Gastgeber zeigten von der ersten Minute an, dass sie an die Wende glaubten. Sie starteten mit viel Druck in die Partie. Erst nach gut 20 Minuten konnte Atlético ein erstes Mal einige Pässe aneinanderreihen. Und auch in der Folge war Ballbesitz der Spanier die Ausnahme. Bis zur ersten und einzigen reellen Torchance von Atlético, einem Kopfball von Alvaro Morata, vergingen über 45 Minuten.

Juventus verfolgte eine simple, aber sehr effektive Taktik. Ohne die Durchschlagskraft der verletzten Juan Cuadrado und Douglas Costa setzten die Turiner auf Pressing, rasche Kombinationen - und vor allem unzählige Flanken. Eine solche aus dem Halbfeld von Bernardeschi führte in der 27. Minute zum 1:0 und eine andere von João Cancelo zum 2:0 drei Minuten nach der Pause.

Der italienische Serienmeister erspielte sich im lange Zeit phänomenal intensiven, aber sehr fairen Spiel nicht Chance um Chance. In der 4. Minute wurde ein Treffer von Giorgio Chiellini wegen eines vorangegangenen Fouls von Ronaldo nicht anerkannt. In der Folge kamen die Möglichkeiten für Juventus tröpfchenweise und waren doch eine logische Folge der krassen Dominanz der Gastgeber.

Die Turiner verdienten sich das Weiterkommen und hatten doch etwas Glück. Denn ohne die Torlinien-Technologie wäre der zweite Treffer nicht gegeben worden. Dass Atléticos Goalie Jan Oblak den Kopfball von Ronaldo hinter der Torlinie abgewehrt hatte, war von blossem Augen nicht zu erkennen.

Manchester City qualifizierte sich mit dem 7:0 gegen Schalke ohne Probleme zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte für die Viertelfinals. Der englische Meister zerstörte die kleine Hoffnung, die Schalke 04 nach dem 2:3 daheim noch hegen konnte, mit drei Toren zum Ende der ersten Halbzeit. Sergio Agüero brachte die zuvor stotternde Offensivmaschine der Engländer mit dem 1:0 in der 35. Minute zum Laufen.

Nach dem vom Argentinier verwandelten diskutablen Penalty kombinierte sich Manchester City mit Leichtigkeit durch die Schalker Abwehr. Agüero traf mit seinem 27. Tor im 36. Saisonspiel zum 2:0 und Leroy Sané, der Ex-Schalker, erhöhte in der 43. Minute auf 3:0. Raheem Sterling, Bernardo Silva, Gabriel Jesus und der erst 18-jährige Phil Foden erhöhten nach der Pause gegen das auch in der Bundesliga zuletzt oft überforderten Schalke noch auf 7:0. Die Offensive der Deutschen mit dem 69 Minuten lang eingesetzten Breel Embolo konnte nichts ausrichten.

(sda)


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