Herzog & de Meuron realisieren "Leuchtturmprojekt" auf Titlis


Roman Spirig
Regional / 05.11.18 19:45

Auf dem Gipfel des Titlis wird bald nicht nur eine neue Bergstation thronen, auch der Richtstrahlturm wird öffentlich zugänglich gemacht. Die verantwortlichen Architekten von Herzog & de Meuron haben am Montag auf dem Berggipfel das 100-Millionen-Projekt präsentiert.

Herzog & de Meuron realisieren Leuchtturmprojekt auf Titlis  (Foto: KEYSTONE / HERZOG & DE MEURON / )
Herzog & de Meuron realisieren Leuchtturmprojekt auf Titlis (Foto: KEYSTONE / HERZOG & DE MEURON / )

Die 50 Meter hohe Stahlkonstruktion des Richtstrahlturms war von 1979 bis 1985 erstellt worden und gehört seit 2003 den Titlis Bergbahnen. Bis heute ist er der Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Das soll sich nun aber ändern: Der Turm auf dem Gipfel, der über einen Stollen mit der Bergstation verbunden ist, wird ausgebaut. Der Verwaltungsratspräsident der Titlis Bergbahnen und Nidwaldner Ständerat Hans Wicki sprach am Montag auf über 3000 Metern über Meer von einem "Leuchtturmprojekt, im wahrsten Sinn des Wortes."

Den Masterplan für dieses Grossprojekt auf dem Gipfel und das architektonische Gesamtprojekt entwickelten die Basler Architekten Herzog & de Meuron. "Mit Überzeugung" habe man sich für dieses Architekturbüro entschieden, sagte Wicki. Man wollte ein Team engagieren, das mit Grossprojekten vertraut sei.

"Wir mussten nicht lange überlegen, ob wir das Projekt angehen sollen", sagte Pierre de Meuron. Bergstationen seien meist Zweckbauten. "Wir haben den Anspruch, hier, auf dem Gipfel des Titlis, Zweck und Ästhetik zu vereinen", sagte er.

Das Projekt mit dem Namen "Titlis 3020" beinhaltet neben dem Umbau des Turms auch den Neubau der Bergstation aus dem Jahr 1967. Diese kann, so Wicki, die heutigen und zukünftigen Anforderungen nicht mehr erfüllen. Obschon sie in den vergangenen 50 Jahren mehrmals erweitert und umgebaut wurde.

Die neue Bergstation soll eine einfache Form erhalten, sagte de Meuron. Inspirieren liessen sich die Architekten von der Stahlkonstruktion des Turms. "Sie erinnert uns an die Struktur von Eis und Kristall", sagte de Meuron.

Die neue Gebäudehülle besteht aus einer Stahlkonstruktion und viel Glas. Das Projekt spreche "eine markante Architektursprache", sagte de Meuron.

Es wird eine Rolltreppen geben, um die Besucher von der Bergstation direkt auf den Gletscher zu transportieren. Den Architekten war es wichtig, dass die Personenflüsse - anders als heute - klar strukturiert werden. Auch, weil ein grosser Ansturm erwartet wird.

Auf dem Dach der Bergstation soll eine Aussichtsterrasse entstehen. Weiter sollen Touristen in der neuen Bergstation shoppen und sich verpflegen können. Die Restaurants bieten Platz für rund 550 Personen.

Als erster Schritt soll der Turm öffentlich gemacht werden. Konkret wollen die Architekten zwei rechtwinklige Prismen in die Stahlkonstruktion schieben. Auf einer soll ein Restaurant entstehen, auf einer eine Bar - beide mit vollverglasten Fronten und Platz für rund 200 Personen. Auch hier gibt es eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform.

Insgesamt soll das Grossprojekt rund 100 Millionen Franken kosten. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die Titlis Bergbahnen die Investitionen aus dem betrieblichen Cashflow tätigen kann.

Das Bauen auf dieser Höhe werde zu einer grossen Herausforderung, betonten die Verantwortlichen. Unter anderem auch, weil der Umbau unter Vollbetrieb erfolgen solle, sagte Wicki. Für die Realisierung rechnen die Verantwortlichen mit vier bis sechs Jahren - je nach Verlauf des Bewilligungsverfahrens.

Läuft alles nach Plan, soll der Umbau des Turms 2019 starten und 2020 beendet werden. Danach wird die Bergstation gebaut.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

ZSC Lions und Lugano ausgeschieden
Sport

ZSC Lions und Lugano ausgeschieden

Die ZSC Lions und Lugano sind in der Champions Hockey League in den Achtelfinals ausgeschieden. Gegen Kärpät Oulu, respektive Frölunda Göteborg verloren die beiden Schweizer Vertreter nach ihren Unentschieden in den Hinspielen mit einem Tor Differenz.

Der Status Weltcup zum 10-Jahr-Jubiläum
Sport

Der Status Weltcup zum 10-Jahr-Jubiläum

Der CSI Basel begeht sein 10-Jahr-Jubiläum vom 10. bis 13. Januar 2019 nicht nur in der rundum erneuerten St. Jakobshalle, sondern auch erstmals mit dem Status eines Weltcup-Turniers.

Die Edmonton Oilers entlassen den Headcoach
Sport

Die Edmonton Oilers entlassen den Headcoach

Die Edmonton Oilers, Viertletzte in der Western Conference der NHL, haben sich von Headcoach Todd McLellan getrennt. Neuer Chef an der Bande wird Ken Hitchcock. Der 66-jährige Kanadier arbeitete zuletzt von 2011 bis 2017 für die St. Louis Blues.

Wie Everberg die Hilfe von Klingberg beim EVZ braucht:
Sport

Wie Everberg die Hilfe von Klingberg beim EVZ braucht: "Ich hätte mich fast verlaufen"

Dennis Everberg ist gut in Zug angekommen. Beim ersten Heimspiel gleich 2 Tore gebucht. So ganz findet er sich allerdings in der Bossard Arena noch nicht zu recht, wie er uns erzählt. Er ist froh, dass er auf Landsmann Klingberg zählen kann, der ihm den Weg zeigt.