Fünf Millionen für die externe Kinderbetreuung in St. Gallen


Roman Spirig
Regional / 09.09.19 11:00

Im Kanton St. Gallen sollen zusätzliche fünf Millionen Franken in die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung fliessen, um erwerbstätige Eltern zu entlasten. Die Regierung schickt einen entsprechenden Entwurf für ein neues Gesetz in die Vernehmlassung.

Fünf Millionen für die externe Kinderbetreuung in St. Gallen
Fünf Millionen für die externe Kinderbetreuung in St. Gallen

Die fünf Millionen Franken entsprechen den Steuer-Mehreinnahmen aus einer bereits beschlossenen Erhöhung der Kinder- und Ausbildungszulagen um 30 Franken. Der Kantonsrat erteilte der Regierung Ende 2018 den Auftrag, dieses Geld für die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung zu verwenden.

Diesen Auftrag setzt die Regierung mit dem jetzt vorliegenden Entwurf zu einem Gesetz zur Förderung der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung um. Die Vernehmlassung dauert bis zum 20. Oktober, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte.

Die Finanzierung der externen Kinderbetreuung ist bisher in St. Gallen ausschliesslich Sache der Gemeinden. Diese beteiligen sich im Durchschnitt mit einem Drittel an den Betreuungskosten. Laut Kanton bestehen aber zwischen den Gemeinden grosse Unterschiede.

Die zusätzlichen fünf Millionen Franken aus der Staatskasse sollen an jene Gemeinden verteilt werden, die Betreuungsangebote fördern und selber mitfinanzieren. Das Geld soll vollständig und flächendeckend den Eltern zugute kommen, die ihre Kinder extern betreuen lassen.

Der Kanton St. Gallen hinke bei der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung der übrigen Schweiz hinten nach, heisst es im Communiqué. Eltern hätten vergleichsweise hohe Kosten zu tragen, habe ein Bericht im Jahr 2018 gezeigt.

Die Möglichkeit, Kinder extern betreuen zu lassen, bringe viele Vorteile: Wenn mehr Eltern erwerbstätig seien, stünden der Wirtschaft auch mehr dringend benötigte Arbeits- und Fachkräfte zur Verfügung. Eltern könnten leichter Karriere machen, mehr verdienen und so ihre Altersvorsoge stärken, schreibt der Kanton.

(sda)


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