FCZ-Fan-Angriff auf YB-Extrazug: Berner Justiz droht mit Internetpranger


Roman Spirig
Schweiz / 07.08.19 12:58

Nach einem Angriff von mutmasslichen Fans des FC Zürich auf einen Extrazug mit YB-Fans im August 2017 hat die Berner Kantonspolizei sechs Personen angezeigt. Weiteren Angreifern droht die Berner Justiz mit dem Internetpranger.

Falls bei ihr bis zum Mittwoch in einer Woche keine Hinweise auf die Identität von mehreren dringend der Tat verdächtigten Personen eingehen, wird sie zuerst verdeckte Bilder dieser Personen im Internet veröffentlichen. Das teilten die regionale Staatsanwaltschaft Emmental-Oberaargau und die Berner Kantonspolizei am Mittwoch mit.

Gehen weiterhin keine Hinweise ein, werden die Bilder der gesuchten Personen ab dem 21. August unverdeckt veröffentlicht.

Der Angriff der mutmasslichen Anhänger des FC Zürich fand im Bahnhof Herzogenbuchsee BE statt. Dort legte der Zug einen geplanten Halt ein, worauf mehrere Männer den Zug stürmten, Personen bedrohten und tätlich angriffen.

Ein Bahnangestellter musste sich verletzt in Spitalpflege begeben. Es kam auch zu Sachbeschädigungen. Die YB-Fans reisten mit dem Zug an ein Auswärtsspiel gegen den FC Zürich.

In Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei Zürich ermittelten Berner Justiz und Polizei die sechs Männer, die zwischen 22 und 28 Jahre alt sind. Sie wurden wegen diverser Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch sowie das Eisenbahn- und das Personenbeförderungsgesetz angezeigt.

Gegen die Angezeigten hat die Berner Kantonspolizei in der Zwischenzeit Rayonverbote gemäss den Bestimmungen des Konkordats über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen ausgesprochen.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Berner Justiz im Zusammenhang mit Fangewalt zum Instrument des Internetprangers greift. Im Februar dieses Jahres fahndete sie mit Hilfe dieses Instruments nach Personen, welche im Rahmen der Meisterfeier des BSC Young Boys Bern von Sommer 2018 Fackeln gezündet hatten.

2013 gelang es ihr auf diese Weise, mehrere Personen zu identifizieren, welche an der "Tanz dich frei"-Krawallnacht randaliert haben sollen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

So testet Schweiz amerikanisches
Regional

So testet Schweiz amerikanisches "Patriot" Luftabwehrsystem in Menzingen

Aktuell testet die Schweizer Armee das Luftabwehrsystem "Patriot" des amerikanischen Herstellers Raytheon auf der ehemaligen Bloodhound-Stellung "Gubel" bei Menzingen ZG. Das amerikanische Patriot-System wurde in den 80er-Jahren entwickelt, seither aber mehrfach modernisiert.

Frau starb in Hotel in Lugano natürlichen Todes - Mann aus Haft
Schweiz

Frau starb in Hotel in Lugano natürlichen Todes - Mann aus Haft

Eine 68-jährige Frau, die Ende Juli in einem Hotelzimmer in Lugano tot aufgefunden worden war, ist eines natürlichen Todes gestorben. Das teilte die Tessiner Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Ihr Mann wurde inzwischen freigelassen.

Sport

"Motivation verloren, mich zu quälen" - Marcel Kittel tritt zurück

Der deutsche Radprofi Marcel Kittel hat seine sportliche Karriere im Alter von 31 Jahren beendet. Kittel begründete seinen Abschied in der aktuellen Ausgabe des "Spiegel" mit Motivationsproblemen: "Schmerzen definieren den Sport, die Welt, in der du lebst. Ich habe jede Motivation verloren, mich weiter auf dem Rad zu quälen."

Eidg. Schwing- und Älplerfest 2019
Events

Eidg. Schwing- und Älplerfest 2019

Das «Eidgenössische» ist das grösste wiederkehrende Sportereignis und eines der grössten Volksfeste der Schweiz. Nach Estavayer im Jahr 2016 findet das ESAF in diesem Jahr in Zug statt.