FCL verhäberlet YB! Luzern wirft Meister YB mit 4:0 aus dem Cup


Roman Spirig
Sport / 06.03.19 20:20

Der FC Luzern fügte den Young Boys den ersten happigen Rückschlag dieser Saison zu. Die von Ex-YB-Stürmer trainierten Zentralschweizer bezwangen den Meister aus Bern im Cup-Viertelfinal gleich mit 4:0. 

FCL verhäberlet YB! Luzern wirft Meister YB mit 4:0 aus dem Cup  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
FCL verhäberlet YB! Luzern wirft Meister YB mit 4:0 aus dem Cup (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
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FCL verhäberlet YB! Luzern wirft Meister YB mit 4:0 aus dem Cup  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
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  • Cup-Held Thomas Häberli: Er kam, sah und führte den FCL vom schwächelnden Verlierer- zum Überflieger-Klub. Im Radio Central-Interview mit Alfons Spirig spricht er über den Grosserfolg. 


  • Christian Schneuwly im Interview mit Alfons Spirig zur 4:0-Cup-Sensation vom FCL über YB. 

Luzern und YB verzichteten im Cup-Viertelfinal auf jegliche Anlaufzeit und jegliches Abtasten. Keine 30 Sekunden waren nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Sandro Schärer gespielt, da zog Djibril Sow für die Young Boys alleine auf FCL-Goalie David Zibung zu - und scheiterte. Sow hätte das Spiel in andere Bahnen lenken können, Zibung verhinderte dies durch einen starken Reflex.

Vier Minuten später fiel dann der erste Treffer der Partie auf der Gegenseite, als sich Pascal Schürpf vor David von Ballmoos effizienter erwies als Sow zuvor für YB. Mit seinem zweiten Treffer des Abends eine Viertelstunde nach der Pause wurde der 29-jährige Schürpf endgültig zum Mann des Spiels und läutete ein Schaulaufen des Heimteams ein. Christian Schneuwly (69.) mit einem direkt verwandelten Freistoss und Ruben Vargas (75.) mittels Schlenzer ins Lattenkreuz sorgten für die höchste Cup-Niederlage der Young Boys seit 1972, als die Berner gegen Basel mit demselben Resultat untergingen.

2019 ist die Niederlage von YB aber anders zu werten, als sie 1972 zu werten war. Die Berner sind in der Meisterschaft der unangefochtene Leader, der Vorsprung auf Verfolger Basel beträgt 19 Punkte, die letzte Niederlage in einem Pflichtspiel kassierten die Berner im November bei Manchester United in der Champions League mit 0:1. Allerdings waren die Leistungen in der Meisterschaft zuletzt gegen Sion und Lugano (je 1:0) nicht mehr so unnachahmlich wie noch zu Saisonbeginn.

Besonders bitter ist dies für Ex-FCL-Trainer Gerardo Seoane. Nachdem der FCL schon in der Meisterschaft das einzige Team war, das YB in dieser Saison bezwingen konnte, fand Seoane nun auch im Cup kein Mittel gegen seine Heimat. Umgekehrt ist FCL-Neu-Trainer Häberli der grosse Held. Gegen seinen langjährigen Verein YB konnte er nun erstmal als FCL-Trainer brillieren. Die Freude sah man Häberli bei jedem Tor an - er jubelte in Jürgen Klopp-Manier und schrie seine Emotionen regelrecht hinaus.

"Es fehlte der Biss und es fehlte am Kampf", bilanzierte Aussenverteidiger Loris Benito aus Sicht von YB. Das Team von Ex-FCL-Coach Gerardo Seoane liess sich in Luzern von der hohen Intensität und Aggressivität der Innerschweizer überraschen. YB hätte sich mit einem Sieg gegen Luzern mit einem Berner Derby vor heimischem Publikum im Cup-Halbfinal belohnen können. Nun muss der FC Thun Ende April statt im Stade de Suisse in der Innerschweiz antreten.

Ausgerechnet Thomas Häberli fügte YB nun also den ersten groben Rückschlag in dieser Saison zu. Zu seiner Aktivzeit war der 44-Jährige während 9 Jahren bei den Young Boys als Stürmer tätig und dabei im Verein zur Legende aufgestiegen. Nun arbeitet Häberli seit Februar als Coach des FCL daran, ein ähnliches Renommeé zu erlangen. "Jeder hat seinen Job heute super gemacht", reichte Häberli ein Kompliment an seine Mannschaft weiter.

Für den Cup-Halbfinal reist mit dem FC Thun die nächste Mannschaft aus Bern nach Luzern. Der FCL hat also auch dann Heimvorteil. Im zweiten Cup-Halbfinal treffen der FC Zürich und Basel aufeinander. Die Spiele finden am Mittwoch/Donnerstag, 24./25. April statt.

Zu Reden gab neben dem Spiel vor allem auch die Protestaktion von FCL-Anhängern vor Beginn. Mehr dazu - hier klicken

Die Zahlen und Fakten zum historischen FCL-Sieg

8110 Zuschauer. - SR Schärer. - Tore: 5. Schürpf (Voca) 1:0. 62. Schürpf (Schneuwly) 2:0. 69. Schneuwly 3:0. 75. Vargas 4:0.

Luzern: Zibung; Schwegler, Cirkovic, Alves, Sidler; Voca, Schulz; Christian Schneuwly, Vargas (85. Custodio), Schürpf (73. Ndenge); Eleke (79. Demhasaj).

Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu (73. Schick), Wüthrich, Lauper, Benito; Fassnacht (73. Camara), Aebischer, Sow, Moumi (78. Garcia); Nsame, Assalé.

Bemerkungen: Luzern ohne Knezevic, Schmid, Kakabadse, Juric (alle verletzt). Young Boys ohne Von Bergen (gesperrt) Lotomba, Sulejmani, Hoarau (alle verletzt). Verwarnungen: 10. Schürpf (Foul). 32. Schulz (Foul). 45. Schwegler (Foul). 81. Alves (Unsportliches Verhalten).

(sda / Central Redaktion)


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