Diese EM ist fürs Schweizer Schwimmen gross - "Für uns ein herausragender Wettkampf"


Roman Spirig
Sport / 09.08.18 15:08

Erst der siebte und letzte EM-Finalabend in Glasgow fand ohne Schweizer Beteiligung statt. Überraschend verpasste der 200-m-Europameister Jérémy Desplanches über die doppelte Lagen-Distanz den Final. Trotzdem waren die Titelkämpfe für Swiss Swimming ein voller Erfolg.

Diese EM ist fürs Schweizer Schwimmen gross - Für uns ein herausragender Wettkampf  (Foto: KEYSTONE / EPA / PATRICK B. KRAEMER)
Diese EM ist fürs Schweizer Schwimmen gross - Für uns ein herausragender Wettkampf (Foto: KEYSTONE / EPA / PATRICK B. KRAEMER)
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Bei Desplanches lief drei Tage nach seiner Gold-Gala gar nichts wie geplant. Der 24-jährige Genfer schien körperlich nicht ganz erholt und war gemäss Swiss-Swimming-Leistungssportchef Markus Buck auch emotional immer noch zu aufgewühlt. Er schwamm seinen direkten Konkurrenten von Anfang an hinterher und fiel dann sogar in seiner sonst starken Brust-Lage noch weiter zurück. Letztlich blieb dem erst zweiten Schweizer Schwimm-Europameister (nach Flavia Rigamonti) in enttäuschenden 4:20,89 nur der 17. Rang. Desplanches blieb damit um rund sieben Sekunden über seiner Saisonbestleistung. Für den Einzug in den Final hätte er gut drei Sekunden schneller sein müssen.

Um weniger als eine halbe Sekunde verpasste die Lagen-Staffel der Frauen am Schlusstag den Vorstoss in die Top 8. Das zehntklassierte Schweizer Quartett Nina Kost, Lisa Mamié, Svenja Stoffel und Maria Ugolkova senkte jedoch die nationale Bestmarke vom Mai 2016 gleich um 4,83 Sekunden. Die Schweizer Männer-Staffel über 4x100 m Lagen verpasste in 3:39,21 den dreijährigen Landesrekord nur um 0,26 Sekunden. Thierry Bollin, Yannick Käser, Noè Ponti und Nils Liess klassierten sich unter 20 Nationen im 11. Rang.

Nicht nur die zwei Medaillen durch Desplanches und Maria Ugolkova (EM-Bronze über 200 m Lagen), sondern auch die insgesamt vier Final- und 13 Halbfinalplätze und eine Bestzeiten-Quote von über 50 Prozent lassen Markus Buck von einem "absolut herausragenden Wettkampf" sprechen. Der Chef Leistungssport erwähnt auch, dass es sich um eine stetige Leistungsentwicklung gehandelt habe. "Unsere Schwimmer sind von Jahr zu Jahr besser geworden. Dass es jetzt für Medaillen und sogar einen Titel gereicht hat, ist ein wahnsinniger Erfolg und macht uns alle sehr, sehr glücklich."

Ob der Freude vergisst Buck jedoch nicht, dass nach der EM vor der WM oder vor Olympia ist: "Die Entwicklung im Schwimmsport ist ungebrochen und schreitet weiter voran. Wir wollen in Zukunft noch mehr erreichen." Also müsse man besorgt sein, "dass unsere Athleten eine leicht höhere Entwicklungsrate generieren als dass es die internationale Konkurrenz tut".

In den kommenden Monaten sollen mit entsprechendem Training die Grundlagen gelegt werden, um Ende Juli 2019 an den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Gwangju auch annähernd gut abschneiden zu können. Der Qualifikationsprozess für die Swiss-Swimming-Elite läuft von Dezember bis März. Diese soll sich ab April der WM-Vorbereitung widmen können. Ein abschliessendes Trainingslager ist in Fuji geplant. Dieses wird auch die Generalprobe sein für die ein Jahr später ebenfalls in Japan stattfindenden Sommerspiele.

(sda)


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