Die Kantonalbanken sind laut Studie gewichtiger Wirtschaftsfaktor


Roman Spirig
Regional / 04.07.18 14:55

Die Kantonalbanken sind ein gewichtiger Faktor des Schweizer Finanzplatzes. Der Bruttowertschöpfung der 24 Institute lag 2017 bei etwa 5 Milliarden Franken, was rund einem Fünftel der Wertschöpfung der gesamten Bankbranche entsprach. 

Die Kantonalbanken sind laut Studie gewichtiger Wirtschaftsfaktor  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Die Kantonalbanken sind laut Studie gewichtiger Wirtschaftsfaktor (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Kantonalbanken hätten in Zeiten "hoher Unsicherheit" eine vergleichsweise stabile Geschäftsentwicklung aufgewiesen und sich damit als Stütze des Finanzsystems erwiesen, heisst es in einer Studie von BAK Economics im Auftrag des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken (VSKB).

Die 24 Kantonalbanken beschäftigen schweizweit über 17'000 Beschäftigte, womit sie 17 Prozent aller Arbeitsplätze der Schweizer Banken stellen, so die am Mittwoch vorgestellte Studie. Im Vergleich zur Branche wie auch zur Gesamtwirtschaft wiesen sie laut der Studie eine im Vergleich zur Branche wie auch der Gesamtwirtschaft überdurchschnittliche Arbeitsproduktivität auf. Die durchschnittliche Bruttowertschöpfung pro Vollzeitarbeitsplatz lag bei rund 290'000 Franken.

Auch in den "turbulenten Jahren" nach Ausbruch der Finanzkrise hätten die Kantonalbanken kontinuierlich Gewinne erwirtschaftet, heisst es in der Studie. Die Ergebnisse nach Steuern der Kantonsinstitute lagen in den vergangenen zehn Jahren jeweils "weitestgehend stabil" bei rund 2,5 Milliarden Franken.

Die Eigentümerkantone konnten durch Gewinnablieferungen und Dividenden mit rund 1,6 Milliarden Franken profitieren. Dazu kamen weitere direkte und indirekte Steuereinnahmen - den gesamten "Fiskaleffekt" beziffert die Studie mit geschätzten 2 Milliarden Franken. Das entspreche im Durchschnitt rund 2,7 Prozent der gesamten Fiskalerträge der Kantone und ihrer Gemeinden, so die BAK-Studie.

Aus der Geschäftstätigkeit der Kantonalbanken resultierten durch die Nachfrage nach Vorleistungen sowie durch die Konsumausgaben der Angestellten positive Impulse für weitere Branchen. Diese schätzt BAK Economics für die 24 Institute auf rund 1,4 Milliarden Franken. Damit verbunden seien schätzungsweise 10'000 zusätzliche Arbeitsplätze mit Lohneinkommen von fast einer Milliarde Franken.

Der VSKB bekräftigt aus Anlass der Studienpräsentation seine Forderungen nach regulatorischen Rahmenbedingungen, die "weiterhin regionales Banking zulassen und die Vielfalt des Bankenplatzes erhalten". Das bedinge eine "verhältnismässige und differenzierte Finanzmarktregulierung". Dazu gehöre eine "klare Trennung der Verantwortlichkeiten für die Regulierung und Aufsicht", eine Differenzierung der regulatorischen Anforderungen und eine Analyse des Regulierungsbedarfs und der Folgekosten neuer Regulierungen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon
Regional

Auto streift Velo in Küssnacht beim Überholen und fährt davon

Leicht verletzt hat sich am Donnerstag eine 66-jährige Velofahrerin bei einem Unfall in Küssnacht. Sie wurde von einem Auto überholt, das sie streifte und zu Fall brachte. Der Fahrzeuglenker setzte seine Fahrt fort, ohne anzuhalten.

Ammann und Peier verzichten auf Training - Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich
Sport

Ammann und Peier verzichten auf Training - Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich

Am zweiten Trainingstag verzichteten die beiden Schweizer Simon Ammann und Killian Peier wie einige der Sieganwärter auf Sprünge von der Bergisel-Schanze. Warum Simon Ammann in Innsbruck sehr zuversichtlich ist, erklärt er im Video-Interview.

Papst eröffnet  im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch
International

Papst eröffnet im Vatikan Krisengipfel zu sexuellem Missbrauch

Auf Einladung von Papst Franziskus beraten die katholischen Bischöfe seit Donnerstagmorgen über Konsequenzen aus den Missbrauchsskandalen der katholischen Kirche. Der Papst verlangte zum Auftakt des Treffens "konkrete Massnahmen" gegen Missbrauch.

Vierfachmörder von Rupperswil will Therapie vor Bundesgericht durchsetzen
Schweiz

Vierfachmörder von Rupperswil will Therapie vor Bundesgericht durchsetzen

Der Vierfachmord von Rupperswil wird nun auch das Bundesgericht beschäftigten. Der vor zwei Monaten vom Aargauer Obergericht verurteilte Mörder verzichtet zwar darauf, die ordentliche Verwahrung anzufechten. Er verlangt eine ambulante, vollzugsbegleitende Massnahme.