Die Einteiler am ESAF: Ringen ums Schwingen - hinter verschlossenen Türen


Eliane Schelbert
Schwingen / 24.08.19 15:36

Samuel Feller ist alleine verantwortlich für die Einteilung des ersten Gangs am Schwingfest. Die Paarungen der Gänge zwei bis acht teilt ein Gremium mit Vertretern aus allen Teilverbänden ein - unter Fellers Leitung. Nicht immer diskussionslos.

Die Einteiler am ESAF: Ringen ums Schwingen -  hinter verschlossenen Türen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)
Die Einteiler am ESAF: Ringen ums Schwingen - hinter verschlossenen Türen (Foto: KEYSTONE / ENNIO LEANZA)

Es ist heiss im Einteilungsbüro am Samstagnachmittag, die Luft im weissen Container abgestanden. Der Fernseher läuft, die Zweikämpfe im Sägemehl nebenan werden live übertragen.

Rund um den raumfüllenden Tisch stehen Männer in weissen Hemden. Sie alle gehören dem Gremium an, das für die Einteilung der Paarung der verschiedenen Gänge zuständig ist. Auf dem Tisch liegen farbige Mäppli mit den Namen der Schwinger drauf. Grüne, rosarote, gelbe, hellblaue, orange, weisse. Die Männer schieben sie über den Tisch. Paarungen werden gesucht. Die Stimmung ist irgendwie geheimnisvoll.

Den ersten Gang hatte Samuel Feller als Eidgenössischer Technischer Leiter alleine zusammengestellt. Ab Gang zwei redeten die fünf Technischen Leiter der Teilverbände mit; zusammen bildet das Sextett das Einteilungskampfgericht.

Überrascht habe ihn bisher, dass gewisse Favoriten im ersten Gang Mühe hatten und richtig kämpfen mussten, sagt Feller und fügt an: "Schön war, dass es viele Entscheidungen gab." Es sei bisher sehr guter Schwingsport gezeigt worden.

Nun müssten die Favoriten beweisen, dass sie auch wirklich Favoriten seien. "Für die Einteilung bedeutet dies, dass man mit diesen Schwingern ganz auf die vorderen Plätze gehen muss." Nur so hätten diese eine Chance, Boden gut zu machen.

Für den weiteren Verlauf des Wettkampfs erhofft sich Feller, dass das Gremium so ruhig weiterarbeiten könne wie bisher, dass sich niemand mehr verletzte und dass das Fest weiterhin gut laufe.

Nicht immer ist man sich einig bei der Einteilung, zu Diskussionen könne es durchaus kommen, auch das Gremium müsse sich jeweils finden. "Aber wir sind ein gutes Einteilungsteam", betont er. Mit alles erfahrenen Männern. Das helfe. Klar werde es weiter Überraschungen geben. "Aber genau das macht den Schwingsport aus", sagt Feller.

Für den 46-Jährigen ist dies in Zug nun der letzte grosse Wettkampf - nach sechs Jahren als Eidgenössischer Technischer Leiter. Er versuche, das Fest zu geniessen, so gut er könne. Denn einen gewissen Druck spüre er natürlich schon. Dann wischt er sich den Schweiss von der Stirn. "Das Gremium will weiterarbeiten", sagt er. Und zwar hinter verschlossenen Türen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind mögliche Gegner der Schweiz an der EM: Deutschland ja, Holland nein.
Sport

Das sind mögliche Gegner der Schweiz an der EM: Deutschland ja, Holland nein.

Die Lostöpfe für die Auslosung der EM-Endrunde am Samstag, 30. November in Bukarest. Die Schweiz kann beispielsweise nicht auf Holland, Russland oder Weltmeister Frankreich treffen. Dafür aber auf Italien, Deutschland, Spanien, Belgien oder Titelverteidiger Portugal.

Florian Kamm vom Tisch + Bar Shoppingrestaurant empfiehlt:
Menüs

Florian Kamm vom Tisch + Bar Shoppingrestaurant empfiehlt:

Eine Tatin zur Vorspeisse, ein Rindsentrecôte zum Hauptgang und abschliessend ein Lebkuchen.

Springreiter Paul Estermann wegen Tierquälerei verurteilt
Regional

Springreiter Paul Estermann wegen Tierquälerei verurteilt

Der Luzerner Spitzenspringreiter Paul Estermann hat in den Augen des Richters zwei Pferde übermässig mit der Peitsche traktiert. Der 52-Jährige ist deshalb der mehrfachen vorsätzlichen Tierquälerei schuldig gesprochen worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Klimabewegung verfasst eigenen Aktionsplan
Schweiz

Klimabewegung verfasst eigenen Aktionsplan

Die Schweizer Klimabewegung fühlt sich von der Politik noch immer im Stich gelassen und hat deshalb begonnen, einen eigenen Aktionsplan zu erarbeiten. Darin soll aufgezeigt werden, wie eine emissionsneutrale Gesellschaft aussehen könnte und welche Massnahmen dafür ergriffen werden müssen.