Der Mittwochs-Kracher Bayern vs. Liverpool - Die Formkurve spricht für Bayern München


Roman Spirig
Sport / 12.03.19 18:35

Bayern München tritt am Mittwoch aus einer Position der Stärke zum Achtelfinal-Heimspiel in der Champions League gegen Liverpool an. Seit dem 0:0 im Hinspiel haben die Deutschen in der Heimat die Tabellenführung erobert, während die Engländer ihre abgeben mussten.

Der Mittwochs-Kracher Bayern vs. Liverpool - Die Formkurve spricht für Bayern München  (Foto: KEYSTONE / EPA / LUKAS BARTH-TUTTAS)
Der Mittwochs-Kracher Bayern vs. Liverpool - Die Formkurve spricht für Bayern München (Foto: KEYSTONE / EPA / LUKAS BARTH-TUTTAS)

Bayern München präsentiert sich seit einigen Wochen in einem anderen Licht. Vergessen sind die Probleme aus der Hinrunde, die Spekulationen um einen baldigen, vorzeitigen Abschied von Trainer Niko Kovac im Spätherbst. Der deutsche Meister hat seinen zwischenzeitlich beträchtlichen Rückstand in der Bundesliga wettgemacht und am Wochenende erstmals seit September wieder die Leaderposition übernommen. Mit einem 5:1 in Mönchengladbach und einem 6:0 gegen Wolfsburg haben die Münchner den März eingeläutet. Die Wahrscheinlichkeit, dass Liverpools Coach Jürgen Klopp noch mindestens eine weitere Saison der letzte Trainer bleibt, der den Bayern die Meisterschaft weggeschnappt hat (2012 mit Dortmund), ist gewachsen.

Beim FC Liverpool hat sich die Situation in der Heimat gegenteilig entwickelt. Der einstmals sichere Leader aus der Premier League musste die Spitzenposition an Manchester City abgeben und stürmt längst nicht mehr so unbeschwert übers Feld wie noch im letzten Jahr. Die Tormaschine geriet in den letzten Wochen immer wieder ins Stocken, insbesondere wenn die Gegenwehr anspruchsvoller war, wie eben vor drei Wochen gegen Bayern München. Dass in dieser Situation Xherdan Shaqiri als Edeljoker nicht zu mehr Einsatzminuten gekommen ist, erstaunt. Der Schweizer Internationale stand seit Anfang Februar nur knapp 40 Minuten lang auf dem Platz.

Vielleicht kommt Shaqiri am Mittwochabend wieder mal zu einem grossen Auftritt für Liverpool - in der Münchner Allianz Arena, die während zweieinhalb Jahren seine sportliche Heimat war, gegen einen Ex-Klub, der am Ende nicht mehr an ihn glaubte und ihn Anfang 2015 zu Inter Mailand abschob. Die Emotionen als Ansporn wären beim Basler da. Die Stimmung dürfte elektrisierend sein mit den 70'000 Zuschauern und den beiden Klubs, die den europäischen Fussball massgeblich geprägt haben und doch so selten aufeinander getroffen sind.

1981 war - ein Super Cup ausgeklammert- das letzte Europacup-Duell zwischen den beiden Mannschaften. Damals zog Liverpool nach einem 0:0 daheim dank einem 1:1 in München in den Meistercup-Final ein. Das Szenario wäre ganz im Sinne von Klopp, der gegen Bayern München schon einige grosse Erfolge feiern konnte, aber mit der Niederlage im Champions-League-Final 2013 mit Dortmund gegen diesen Gegner auch eine der schmerzhaftesten Niederlagen seiner Karriere kassiert hat. In den letzten knapp 15 Jahren stand er Bayern München 30 Mal gegenüber, als Trainer von Mainz, Dortmund und nun Liverpool.

Anders, als man es noch bei der Auslosung im Dezember annehmen konnte, ist Klopp mit den Engländern als Aussenseiter angereist. "Überragend" müsse seine Mannschaft spielen, sagte der 51-Jährige: "Wenn wir ein normales Spiel machen, haben wir keine Chance." Die Rolle des Underdogs behagt Liverpool, zumal die Champions League in dieser Saison nicht wie bei Bayern München höchste Priorität geniesst. Der erste Meistertitel seit 1990 wäre für die "Reds" bedeutender.

Im zweiten Spiel stehen sich am Mittwoch der FC Barcelona und Lyon gegenüber, die sich im Hinspiel ebenfalls 0:0 getrennt haben. Die Katalanen gehen als klare Favoriten in das Heimspiel. Vor drei Wochen verpassten sie den Sieg auswärts nur wegen ihrer mangelhaften Effizienz. Lyon, das den ersten Viertelfinal-Einzug seit 2010 anstrebt, hofft auf die Impulse von Nabil Fekir, den im Hinspiel gesperrten Captain und Spielmacher.

(sda)


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