Das Zeugnis der Nati - sehr durchzogen: Sommer stark, Behrami gut - sonst Mittelmass und Enttäuschungen


Roman Spirig
Sport / 04.07.18 15:03

Yann Sommer. - Nach einer starken EM spielte er auch eine herausragende WM. Rettete gegen Brasilien den Punkt, hielt die Schweiz gegen Serbien und Costa Rica in der ersten halben Stunde mit zahlreichen Paraden im Spiel. Bei allen fünf Gegentoren chancenlos.

Das Zeugnis der Nati - sehr durchzogen: Sommer stark, Behrami gut - sonst Mittelmass und Enttäuschungen  (Foto: KEYSTONE / AP / Gregorio Borgia)
Das Zeugnis der Nati - sehr durchzogen: Sommer stark, Behrami gut - sonst Mittelmass und Enttäuschungen (Foto: KEYSTONE / AP / Gregorio Borgia)
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Stephan Lichtsteiner. - Er war nicht gut, aber auch nicht schlecht. Sein offensiver Beitrag tendierte zwar gegen null, in der Defensive dafür weniger anfällig als Ricardo Rodriguez auf der anderen Seite. Wie wichtig er noch immer ist, zeigt sich, wenn er wie gegen Schweden fehlt. Mit seiner Winnermentalität nach wie vor unersetzbar.

Fabian Schär. - Ein Rückschritt im Vergleich zur EM vor zwei Jahren. In der Angriffsauslösung mit mehr Fehlern, als man es von ihm gewohnt ist, in der Offensive bei Standards nie gefährlich. War vor allem in der Startphase gegen Serbien und gegen Costa Rica schwach.

Manuel Akanji. - Ein solides WM-Debüt. Im Aufbau mit mehr Klasse als Nebenmann Schär und hinter Xhaka der Spieler mit den zweitmeisten Pässen. Am Ende hatte er Pech, dass ein von ihm abgefälschter Schuss das Ausscheiden besiegelte.

Ricardo Rodriguez. - Die Fortsetzung seiner mässigen Saison bei Milan. In der Rückwärtsbewegung läuferisch phasenweise überfordert, nach vorne ohne entscheidende Inputs. Von ihm müsste viel mehr kommen.

Michael Lang. - Nach zwei kurzen Teileinsätzen vertrat er Lichtsteiner im Achtelfinal. Konnte die Leadership des Captains nicht ersetzen. In einer matten Mannschaft fiel er aber auch nicht ab - trotz Platzverweis in der Nachspielzeit als Tiefpunkt.

Johan Djourou. - Ersetzte Schär gegen Schweden ohne Fehl und Tadel. Der von ihm in jedem Spiel fälschlicherweise erwartete Lapsus blieb auch dieses Mal aus.

Valon Behrami. - Neben Sommer der beste Schweizer. Gegen Brasilien mit seiner Zweikampfhärte überragend. Wie Lichtsteiner ist auch er als Führungsspieler weiterhin nicht zu ersetzen. Schade, dass dies die beiden ältesten Spieler sind im Kader.

Granit Xhaka. - Die grösste WM-Enttäuschung aus Schweizer Sicht. Einzig in der zweiten Halbzeit gegen Serbien der dominante Xhaka, wie man ihn kennt. Eine gute Halbzeit von acht - klar zu wenig. Die Frage ist: War er wegen der in Lugano erlittenen Knieverletzung eben doch nicht fit?

Blerim Dzemaili. - Vladimir Petkovic hielt an ihm fest, weil er wichtig ist für das taktische Gleichgewicht. Diese Aufgabe erfüllte Dzemaili. Im Abschluss weiterhin zu schwach. Er war der Schweizer mit den meisten Torchancen und erzielte nur einen Treffer.

Denis Zakaria. - Zwei Teileinsätze und mehr Schatten als Licht. Gegen Costa Rica machte er während der 30 Minuten viele Fehler im Pass- und Stellungsspiel und verschuldete unnötig den späten Penalty. Dafür gab er den sehenswerten Assist zum Tor von Josip Drmic.

Xherdan Shaqiri. - Wie für Xhaka gilt auch für ihn: Die Messlatte liegt höher als bei anderen. Unter dem Strich zeigte auch er nur eine gute Halbzeit (Serbien). Vermittelte gegen Schweden als Einziger immerhin bis zuletzt den Eindruck, etwas bewirken und riskieren zu wollen.

Steven Zuber. - Nur im Spiel gegen Brasilien genügend, weil er da defensiv brillieren und offensiv mit dem Tor punkten konnte. Danach sowohl gegen Serbien als auch gegen Schweden nahezu wirkungslos.

Breel Embolo. - Unter dem Strich eine enttäuschende WM. Zunächst übergangen, dann gegen Costa Rica nur beim Assist auf Dzemaili zu sehen. Spielte bei seinem Teileinsatz gegen Schweden etwas konfus, was dem langweiligen Auftritt der Schweizer allerdings sogar noch hätte helfen können.

Haris Seferovic. - In einer Reihe von ungenügenden Stürmern der Schlechteste. Keine nennenswerte Szene an der ganzen WM und nur einen Abschluss auf das Tor. Kampf und Laufbereitschaft genügen für einen Mittelstürmer auf WM-Niveau nicht.

Mario Gavranovic. - Als Joker gegen Serbien gut, als Stammstürmer gegen Costa Rica schwach. Der Sturm bleibt die grosse Baustelle, das lässt sich an Petkovics Personalentscheiden betreffend Gavranovic ablesen. Gegen Serbien nach der Pause im Einsatz, gegen Costa Rica von Beginn weg, gegen Schweden gar nicht mehr auf dem Platz.

Josip Drmic. - Wie Gavranovic als Joker (Tor gegen Costa Rica) besser als beim Einsatz von Beginn weg (gegen Schweden). Für ihn gilt aber: Nach den vielen Knieverletzungen ist die WM-Teilnahme, zumal mit einem Treffer, bereits als persönlicher Erfolg zu werten.

Die beiden Torhüter Roman Bürki und Yvon Mvogo sowie die Feldspieler François Moubandje, Nico Elvedi, Remo Freuler und Gelson Fernandes kamen nicht zum Einsatz.

(sda)


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