Das Wasser formt die Erde und der Klimawandel beschleunigt dies


Roman Spirig
Schweiz / 16.05.19 16:00

Das Naturmuseum St. Gallen zeigt in einer Sonderausstellung, wie Wasser seit Jahrmillionen die Erde formt. Der Klimawandel beschleunigt die natürlichen Prozesse, was Besucher anhand interaktiver Stationen simulieren können.

Das Wasser formt die Erde und der Klimawandel beschleunigt dies (Foto: KEYSTONE / BENJAMIN MANSER)
Das Wasser formt die Erde und der Klimawandel beschleunigt dies (Foto: KEYSTONE / BENJAMIN MANSER)

Als Regen oder Schnee fällt es aus den Wolken, sammelt sich als Grundwasser im Boden, gefriert an den Polen und in den Hochgebirgen zu Eis, fliesst in Flüssen zum Meer, verdunstet schliesslich, steigt als Wasserdampf in den Himmel auf und bildet Wolken, aus denen es an anderer Stelle wieder als Regen oder Schnee zur Erde niedergeht.

In diesem Kreislauf ändert das Wasser mehrmals seinen Aggregatszustand zwischen flüssig, fest und gasförmig. Gesteuert wird dieser ständig wechselnde Zustand durch die Temperaturen, die in den verschiedenen Regionen der Erde, in der Luft, sowie am und im Erdboden herrschen.

Den Rahmen der Ausstellung (18. Mai bis 18. August) bilden grossformatige Fotografien von Bernhard Edmaier. Die Flugaufnahmen zerfurchter Alpengletscher, weitläufiger Flussdeltas oder fantastischer Wolkengebilde hat der bekannte Profifotograf und Geologe in verschiedenen Regionen der Erde aufgenommen. Sie zeigen Wasser als die wichtigste landschaftsgestaltende Kraft auf der Erde.

In einem interaktiven Teil, produziert vom Museum "Mensch und Natur" in München, werden Fragen zum Wasser beantwortet - auch ungewöhnliche wie: "Wieviel wiegt eine Wolke?" Die Antwort erstaunt: Obwohl sie nur aus Wasserdampf besteht, bringt es eine Schönwetterwolke in der Grösse eines Kubikkilometers auf ein Gewicht von 1000 Tonnen.

Ein wichtiges Thema der Ausstellung ist der Klimawandel. Durch die steigenden Temperaturen verändert sich die Verteilung von flüssigem und gefrorenem Wasser, sowie von Wasserdampf in der Atmosphäre.

"Viele Beobachtungen und Modellrechnungen deuten klar darauf hin: Die Erderwärmung heizt den Wasserkreislauf an", sagte Museumsdirektor Toni Bürgin am Donnerstag vor den Medien.

Mehr Wasser aus den Ozeanen verdunstet, mehr Niederschläge fallen über Land und damit nimmt auch der Abfluss des Wassers zu. Es kommt verstärkt zu Wetterextremen. Überschwemmungen und Stürme nehmen zu.

Durch den Klimawandel steigt der Meeresspiegel an, Permafrostböden tauen auf, das Eis der Gletscher an den Polen und in den Alpen schmilzt. Den dramatischen Eisschwund im Alpenraum dokumentieren die Vorher-Nachher-Bilder des Berner Fotografen Simon Oberli, der den Rückgang der Gletscher seit 15 Jahren fotografiert.

An sechs Stationen werden die wichtigsten Wasserlebensräume anhand eines Tieres vorgestellt: Der kleine Gletscherfloh, der sich im Eis der Alpen am wohlsten fühlt; die Bachforellen, die gegen den Strom schwimmen; der Biber, das grösste, einheimische Nagetier in den Auen; die Ringelnatter, die sich an Seen zuhause fühlt; der Graureiher am Flussdelta und schliesslich die Mördermuschel im Meer.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

60-jährige Autofahrerin schlängelt sich betrunken durch Baar
Regional

60-jährige Autofahrerin schlängelt sich betrunken durch Baar

Zuger Polizisten haben am Mittwochabend eine 60-jährige Autofahrerin gestoppt, die sich betrunken durch Baars Strassen schlängelte. Zuvor ignorierte die Frau gleich mehrmals die polizeilichen Anweisungen.

Wegen Nasenputzen: Kleine Unachtsamkeit kostet ihn die Tour!
Sport

Wegen Nasenputzen: Kleine Unachtsamkeit kostet ihn die Tour!

Der vierfache Tour-de-France-Sieger Chris Froome befindet sich nach seinem schweren Sturz mit mehreren Knochenbrüchen auf der Intensivstation. "Er ist in keiner guter Verfassung. Es gibt Stürze und schlimme Stürze, und das war ein schlimmer Sturz", sagte Ineos-Teamchef Dave Brailsford gegenüber BBC Sport.

Tyson Fury lässt Aussenseiter Schwarz keine Chance
Sport

Tyson Fury lässt Aussenseiter Schwarz keine Chance

Der frühere Schwergewichts-Weltmeister Tyson Fury hat dem zuvor ungeschlagenen Deutschen Tom Schwarz die erste Niederlage zugeführt. In Las Vegas bezwang Fury seinen 25-jährigen Konkurrenten durch technischen K.o. sechs Sekunden vor Ende der zweiten Runde.

Neue Gewitterfront wütet im Nordosten Deutschlands
International

Neue Gewitterfront wütet im Nordosten Deutschlands

Nach heftigen Gewittern mit Starkregen, Überflutungen und Verkehrsbehinderungen hat der Nordosten Deutschlands neue Unwetter erlebt. Am Abend gingen kräftige Niederschläge nieder. In Berlin verfinsterte sich der Himmel wie in der Nacht.