Baar: Sika-Verwaltungsrat erhält nachträglich seinen Lohn


Roman Spirig
Wirtschaft / 11.06.18 18:04

Während mehr als drei Jahren musste der Sika-Verwaltungsrat gratis arbeiten. Dies wurde an der ausserordentlichen Generalversammlung der Innerschweizer korrigiert.

Neu im Sika Verwaltungsrat - Justin Howell  (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Neu im Sika Verwaltungsrat - Justin Howell (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der Verwaltungsratspräsident von Sika - Paul Johann Hälg (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der Verwaltungsratspräsident von Sika - Paul Johann Hälg (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der CEO von Sika - Paul Schuler (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Der CEO von Sika - Paul Schuler (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Die Aktionäre segneten die Vergütung für die letzten drei Jahre im Gesamtwert von 8,64 Millionen Franken ab. Durchgewunken wurde mit über 99 Prozent Ja-Stimmen auch die beantragte Entschädigung von 2,53 Millionen Franken für die sieben Verwaltungsratsmitglieder.

Der Sika-Verwaltungsrat war in den vergangenen Jahren von der Familie Burkard auf Nulldiät gesetzt worden - eine Art "Retourkutsche" für den Widerstand der sechs unabhängigen Verwaltungsräte gegen den Verkauf des Unternehmens an Saint-Gobain. Damit werden aber auch die drei inzwischen zurückgetretenen Vertreter der Erbenfamilie im Verwaltungsrat - Urs Burkard, Jürgen Tinggren und Willi Leimer - für ihre Arbeit nachträglich bezahlt.

Schliesslich gewährten die Aktionäre allen unabhängigen Verwaltungsräten die in den Vorjahren verweigerte Entlastung - und zwar für die Jahre 2014 bis heute.

Im prominent bestückten Sika-Verwaltungsrat sitzen neben dem Präsidenten Paul Hälg die SBB-Präsidentin Monika Ribar und Daniel Sauter, Präsident der Bank Julius Bär. Weitere Mitglieder sind der emeritierte ETH-Professor Ulrich W. Suter, der ehemalige Nestlé-Manager Frits van Dijk sowie Christoph Tobler, Chef der Technologiegruppe Sefar und früherer Leiter der Sika-Industriedivision.

Einheitsaktie eingeführt

Die Aktionäre des Bauchemie-Herstellers Sika haben ebenfalls den Weg für eine moderne Governance-Struktur freigemacht. Die ausserordentliche Generalversammlung hat am Montag die Einheitsnamenaktie eingeführt. Auch die 5-Prozent-Vinkulierung und das Opting-Out wurden abgeschafft. Die Zustimmung war mit nahezu 100 Prozent überwältigend. Und die von der Familie Burkard zurückgekauften Aktien werden auch vernichtet.

Neu zieht ferner mit Justin Howell ein Vertreter der Bill-Gates-Stiftung in das Sika-Aufsichtsgremium ein; er nimmt auch im Nominierungs- und im Vergütungsausschuss Einsitz. Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates ist seit vielen Jahren Sika-Aktionärin und hatte den Verwaltungsrat während der langjährigen Auseinandersetzung unterstützt.

Howell nimmt einen der drei freigewordenen Sitze im Verwaltungsrat ein. Denn mit der vor gut einem Monat erreichten Einigung im langjährigen Streit mit der Eignerfamilie Burkard sind die drei Familien-Vertreter aus dem Sika-Verwaltungsrat ausgeschieden. Urs Burkard, Jürgen Tinggren und Willi Leimer traten seinerzeit mit unmittelbarer Wirkung aus dem Gremium zurück.

(sda / Central Redaktion)


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