Aussichten im Schweizer Automarkt trüben sich ein


Roman Spirig
Wirtschaft / 04.11.19 11:40

Am Horizont ziehen für Verkäufer von neuen Autos dunkle Wolken auf. Das Forschungsinstitut BAK Economics rechnet mit weniger Neuwagenverkäufen im nächsten Jahr. Weniger schlechte Aussichten gebe es indes für Gebrauchtwagenhändler.

Symbolbild Autohandel (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Symbolbild Autohandel (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Der Schweizer Automarkt für Neuwagen befindet sich in einer Sättigungsphase, wie BAK Economics am Montag mitteilte. In einem Konjunkturausblick für das Schweizer Autogewerbe geht das Forschungsinstitut davon aus, dass im nächsten Jahr mit 297'000 Neuwagen rund 3,1 Prozent weniger neue Autos verkauft werden.

Aufgrund des Nachholbedarfs im Zuge von Lieferverzögerungen durch neue Verbrauchsmessungen im letzten Jahr und den ab 2020 verschärften CO2-Grenzwerten, dürften die Verkaufszahlen im laufenden Jahr indes nochmals die Marke von 300'000 Neuimmatrikulationen übersteigen. Denn die strengeren CO2-Grenzwerte ab 2020 dürften dazu führen, dass Importeure nochmals im grossen Stil Fahrzeuge mit hohem CO2-Ausstoss importieren.

Auch mittelfristig sei zudem kein weiteres Wachstum im Neuwagenmarkt zu erwarten, da mit neuen regulatorischen Massnahmen hinsichtlich neuer CO2-Grenzwerte oder der Bepreisung des CO2-Ausstosses zu rechnen sei. Dies dämpfe die Kauflaune mittelfristig und wirke sich negativ auf die Nachfrage nach neuen Autos aus.

Hinzu komme, dass die erwartete demografische Entwicklung und die abkühlende Wirtschaft die Käufe von Neuwagen zusätzlich belasten dürften. Insgesamt prognostiziert das BAK zwischen 2021 und 2025 einen durchschnittlichen Absatz von rund 296'000 Fahrzeugen.

Die Unsicherheiten im Neuwagenmarkt dürften sich jedoch positiv auf das zuletzt stark gebeutelte Occasionsgeschäft auswirken. So rechnet das BAK auch damit, dass die Neuwagenpreise deutlich stärker steigen als die Occasionspreise. Dies erhöhe die Attraktivität von Gebrauchtwagen, hiess es dazu.

(sda)


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