Alt-Bundesrätin Leuthard verteidigt ihr VR-Mandat bei Stadler Rail


Roman Spirig
Schweiz / 27.11.19 18:15

Doris Leuthard hält die Kritik an ihrer bevorstehenden Wahl in den Verwaltungsrat des Zugbauers Stadler Rail für ungerechtfertigt. "Bis zu meiner Wahl in den Stadler-Rail-Verwaltungsrat werden über 15 Monate verstrichen sein", sagte die Alt-Bundesrätin in einem Interview mit der "Handelszeitung".

Alt-Bundesrätin Leuthard verteidigt ihr VR-Mandat bei Stadler Rail
Alt-Bundesrätin Leuthard verteidigt ihr VR-Mandat bei Stadler Rail

In der Wirtschaft gelte in der Regel eine Wartefrist von sechs Monaten. Ob sie bei Stadler Rail als Türöffnerin zu ausländischen Politikern fungieren werde, könne sie zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Ich bin noch nicht gewählt und noch nicht Mitglied eines Komitees", betonte die ehemalige Magistratin.

Und was ihre Nähe zur Bahn-Branche betriffe, gäbe zwar einen Berührungspunkt zum Bund, weil der Bund das Bahnnetz ausbaue. Die Züge würden aber von den Transportfirmen bestellt - "mit dem offiziellen Ausschreibungsverfahren der WTO. Der Bundesrat hat null Einfluss darauf."

Weiter äusserte sich Leuthard in dem Interview zur Postauto-Affäre. Zuletzt hatte diese sie nochmals eingeholt. Denn gemäss der Geschäftsprüfungskommission hätte Leuthard gegen den Zielkonflikt bei Postauto etwas unternehmen sollen.

Die Zielvorgaben des Bundesrates gingen an den Post-Konzern. Dass dieser eine Rendite erzielen müsse, sei klar, es handele sich um eine Aktiengesellschaft. "Wie die Post die Vorgaben auf die diversen Unternehmen umlegt, ist ihre Sache", sagte die Alt-Bundesrätin.

Es habe nie eine Vorgabe gegeben, dass Postauto Gewinn machen solle. Zudem sei 2012 klargestellt worden, dass beim regionalen Personenverkehr die Rendite null sein müsse, wie es im Gesetz stehe. "Das muss man in den Vorgaben nicht wiederholen."

Spätestens ab da habe es auch keinen Konflikt mehr gegeben. Die Verantwortung habe klar bei Postauto gelegen. Dem Bundesamt für Verkehr (BAV) habe die Aufsicht oblegen. Und dieses habe "spät, aber immerhin als Einziges" die Machenschaften 2017 aufgedeckt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Vincent Ducrot zum neuen SBB-Chef bestimmt
Schweiz

Vincent Ducrot zum neuen SBB-Chef bestimmt

Vincent Ducrot wird neuer Chef der SBB. Der Verwaltungsrat bestimmte den 57-jährigen Freiburger zum Nachfolger von Andreas Meyer, der nächstes Jahr zurücktritt. Das bestätigten drei voneinander unabhängige Quelle gegenüber Keystone-SDA am Dienstag.

Davos - Ambri-Piotta: Ambri mit viel Biss in den 11. Rang
Sport

Davos - Ambri-Piotta: Ambri mit viel Biss in den 11. Rang

Ambri-Piotta gewann das Duell der beiden diesjährigen Schweizer Spengler-Cup-Teilnehmer beim HC Davos mit 2:1. Matchwinner war Goalie-Routinier Daniel Manzato mit 36 Paraden.

Alle Schweizer scheiden in der Champions Hockey League aus
Sport

Alle Schweizer scheiden in der Champions Hockey League aus

Trotz vorzüglicher Ausgangslage und Heimvorteil scheiterten Biel und Zug in der Champions Hockey League. Biel spielte und scheiterte gegen Frölunda grandios (3:5 nach Verlängerung), der EV Zug schlitterte gegen Hradec Kralove dagegen in ein Debakel (0:4).

International

"Danke Marie" - Roxette-Star Fredriksson stirbt mit 61 Jahren

Mit dem Pop-Duo Roxette feierte Marie Fredriksson in den 90er Jahren Welterfolge. Nach einer schweren Krebs-Erkrankung kämpfte sie sich zunächst zurück auf die Bühne. Nun ist die Sängerin gestorben.