4. Juli: Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag


Roman Spirig
International / 04.07.19 16:00

Panzer, Soldaten, Feuerwerk: Die US-Hauptstadt Washington hat sich für die umstrittene Feier von Präsident Donald Trump zum Unabhängigkeitstag gewappnet. Vor dem Lincoln Memorial, wo Trump sprechen will, wurden Panzer aufgestellt und riesige Bildschirme installiert.

4. Juli: Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag (Foto: KEYSTONE / AP / Francisco Kjolseth)
4. Juli: Militärschau auf der Mall: Washington begeht Unabhängigkeitstag (Foto: KEYSTONE / AP / Francisco Kjolseth)

Trump wollte die Veranstaltung mit dem Motto "Salute to America" nutzen, um das Militär zu ehren. Kritiker warfen ihm vor, die Feierlichkeiten zu politisieren und dem Steuerzahler die Rechnung dafür aufzudrücken.

Trump zeigte sich davon unbeirrt und pries das Spektakel schon im Vorfeld in den höchsten Tönen. Die Menschen kämen von nah und fern, um an einer der grössten Feierlichkeiten in der Geschichte des Landes teilzunehmen, schrieb er am Donnerstagmorgen auf Twitter.

Es werde Überflüge der "modernsten und fortschrittlichsten Flugzeuge der Welt" geben. Möglicherweise werde sogar die "Air Force One" einen niedrigen und lauten Flug über die Menge machen, fügte er hinzu. Es gibt zwei Boeing 747, die zur "Air Force One" werden, wenn der Präsident darin reist.

Die Demokraten hatten in den vergangenen Tagen scharfe Kritik an dem Konzept der Feierlichkeiten geübt. Trumps Ego sei so gross, dass er in einem verzweifelten Schrei nach Aufmerksamkeit eine Wahlkampfveranstaltung zum 4. Juli abhalte, und jeder wisse das, schrieb der demokratische Fraktionschef im Senat, Chuck Schumer, auf Twitter.

Trump hatte Kritik an den Kosten der Schau zuvor zurückgewiesen. Diese seien sehr gering im Vergleich zu dem, was es wert sei, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. Die Gesamtkosten sind bislang nicht bekannt.

An der Schau sollten etliche Soldaten teilnehmen. Aus dem Pentagon wollten unter anderem der kommissarische Verteidigungsminister Mark Esper sowie der Generalstabschef Joseph Dunford dabei sein.

Der Sender CNN hatte unter Berufung auf eine nicht näher benannte Quelle berichtet, auch in der militärischen Führung gebe es Sorge über eine Politisierung der Veranstaltung. Im Pentagon habe es auch Bedenken gegeben, gepanzerte Fahrzeuge zur Schau zu stellen.

Trump hatte dagegen am Dienstag auf Twitter geschrieben, das Pentagon und die militärische Führung seien "begeistert" davon, den Amerikanern "das stärkste und fortschrittlichste Militär der Welt" vorzuführen.

Nachdem Trump im Jahr 2017 als Ehrengast beim französischen Nationalfeiertag in Paris eine Militärparade beobachtet hatte, wünschte er sich eine solche auch in der US-Hauptstadt. Die "Washington Post" berichtete, die Kosten dafür seien auf rund 92 Millionen Dollar geschätzt worden. Die Pläne seien gestoppt worden, als die Kosten bekannt geworden seien.

Es ist ungewöhnlich, dass der Präsident sich bei den Feierlichkeiten auf der National Mall in Washington am Unabhängigkeitstag an die Bevölkerung wendet. Die Veranstaltung ist eigentlich unpolitisch.

Schon im Februar hatte Trump in einer Twitter-Nachricht an seine Anhänger geprahlt, die Feier werde "eine der grössten Zusammenkünfte in der Geschichte Washingtons" werden – inklusive "einer Ansprache Ihres Lieblingspräsidenten, mir".

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neue Fachhochschule Ost kann starten
Regional

Neue Fachhochschule Ost kann starten

Im Kanton St. Gallen haben 81,8 Prozent der Stimmberechtigten der fusionierten neuen Fachhochschule Ost zugestimmt. Die Stimmbeteiligung lag bei 33,85 Prozent.

Luzerner Notare sollen nach Zeitaufwand entschädigt werden
Regional

Luzerner Notare sollen nach Zeitaufwand entschädigt werden

Im Kanton Luzern tätige Notare sollen bei öffentlichen Beurkundungen künftig nach Zeitaufwand entschädigt werden. Der Regierungsrat ist bereit, das geltende Gebührensystem zu überprüfen, wie er in einer am Montag veröffentlichten Antwort auf ein Postulat schreibt.

Regional

"Schlupfhuus"-Schliessung: 7845 Unterschriften für Nachfolgelösung

Die Notunterkunft für Kinder und Jugendliche in St. Gallen soll aus finanziellen Gründen geschlossen werden. Am Montagnachmittag ist eine Petition für eine "qualitative Nachfolgelösung" für das "Schlupfhuus" mit 7845 Unterschriften der St. Galler Regierung übergeben worden.

Hischier leitet Wende ein - Josi nicht
Sport

Hischier leitet Wende ein - Josi nicht

Nico Hischier ging bei New Jerseys 4:3-Sieg nach Verlängerung in Montreal als Matchwinner vom Eis. Roman Josi blieb mit Nashville (2:7 gegen Chicago) trotz zwei Toren dagegen nur Frust.